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UN-Gipfel

Wenig Neues aus New York

Foto: Kay Nietfeld/picture alliance/dpa

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Doch wieder viele Reden: Der UN-Klimagipfel in New York.

Joachim Wille, 24.09.19
Das Klima-Gipfeltreffen von UN-Generalsekretär António Guterres bleibt hinter den Erwartungen zurück. Positiv sticht eine Ankündigung Indiens hervor, während Greta Thunberg den Staatschefs ins Gewissen redet.

UN-Generalsekretär António Guterres hatte die Latte hoch gelegt. Die Staats- und Regierungschefs sollten beim Klima-Sondergipfel am Sitz der Vereinten Nationen in New York am Montag (Ortszeit) „klare Pläne, keine Reden“ abliefern – um schnell zu ambitionierten CO2-Reduktionszielen zu kommen. Motto: „Dies ist kein Klima-Verhandlungsgipfel. Man verhandelt nicht mit der Natur. Dies ist ein Klima-Aktionsgipfel.“ Allerdings: Die größten Akteure sprachen, wie die USA, bei dem Treffen entweder gar nicht oder blieben, wie China, hinter den Erwartungen zurück.

Immerhin haben eine Reihe Länder zusätzliche Anstrengungen im Kampf gegen die beschleunigte Erderwärmung angekündigt. Rund 70 Staaten versprachen, ambitionierte Pläne fristgerecht bis Ende 2020 vorzulegen – der Pariser Weltklimavertrag sieht diese Deadline vor. Eine Gruppe von 77 Ländern, darunter auch Industriestaaten, kündigte an, bis 2050 „klimaneutral“ werden zu wollen.

China bleibt beim Status Quo

Chinas Vertreter Wang Yi betonte nur, sein Land werde an den im Paris-Abkommen verankerten Zielen festhalten. Die Hoffnung, das Land mit den größten Emissionen weltweit werde den Ausstoß schon von 2030 an – und damit schneller als geplant – absenken, erfüllte sich nicht. Indiens Premierminister Narendra Modi lieferte im Vergleich dazu einen Lichtblick mit seiner Ankündigung, den Ausbau der Solarenergie von den bisher geplanten 227 auf 450 Gigawatt zu erhöhen. Zur Kohlepolitik hielt Modi sich dagegen bedeckt. Mit Kohle wird 75 Prozent des Stroms auf dem Subkontinent erzeugt. Guterres hatte die Kohleländer aufgefordert, die Abhängigkeit von dem schmutzigen Energieträger schnell zu senken.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte in ihrer Rede vor den Vereinten Nationen das am Freitag beschlossene Klimapaket der Bundesregierung und den Plan zum Kohleausstieg bis 2038 vor. Auf die in Deutschland virulente Kritik daran ging sie indirekt ein, indem sie sagte, die Regierung müsse „bei einem derart tiefgreifenden Wandel alle Menschen mitnehmen“, dürfe sie also nicht überfordern. Außerdem kündigte die Kanzlerin an, die deutschen Beiträge zur internationalen Klimafinanzierung auf vier Milliarden Euro zu erhöhen. Und mit Blick auf die Fridays-for-Future-Proteste sagte sie: „Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört.“ Nach ihrer Rede setzte sie sich kurz mit der Initiatorin zusammen, der Schwedin Greta Thunberg, die zu Beginn der der Versammlung eine zornige Ansprache gehalten hatte.


Die Rede von Greta Thunberg im Video:


US-Präsident Donald Trump, der den Gipfel kurz besucht hatte, verspottete Thunberg danach per Twitter. „Sie scheint ein sehr glückliches junges Mädchen zu sein, das sich auf eine glänzende und wundervolle Zukunft freut. So nett anzusehen“ schrieb er. Tausende kommentierten die Äußerung des Klimaleugners Trump, viele Reaktionen fielen negativ aus. Guterres zeigte sich trotz der dünnen Ergebnisse seines Gipfels zufrieden: „Heute in dieser Halle hat die Welt klare Handlungen und konkrete Initiativen gesehen.“ Allerdings seien für eine klimaneutrale Welt 2050 weitere Schritte nötig. Der nächste reguläre Weltklimagipfel findet im Dezember in Chile statt.

 

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