Welches Potenzial hat Repowering?
Repowering – der Ersatz alter Windräder durch leistungsstärkere Anlagen am gleichen Standort – gilt als wichtiger Baustein, um die Ausbauziele der Windenergie zu erreichen, ohne zusätzliche Flächen zu beanspruchen. Denn: Bis 2030 benötigen wir in Deutschland 115 Gigawatt (GW) an Windenergieleistung. Das können neue Windparks nicht allein liefern. Daher fällt der Blick immer öfter auf die 29.230 bestehenden Anlagen. Gut ein Drittel von ihnen sind älter als 20 Jahre und damit ausgefördert. Durch Repowering lassen sich diese alten Windräder durch leistungsstärkere Anlagen ersetzen – entweder auf derselben Fläche oder in unmittelbarer Nähe. Die Anzahl der Anlagen nimmt dabei zwar ab, die Leistung des gesamten Windparks aber zu. In Deutschland gibt es bereits zahlreiche Repowering-Projekte – mit einer neu installierten Leistung von bis zu über 100 Megawatt. Was so praktisch klingt, kommt aber nicht ohne neue Genehmigungen und rechtliche Vorgaben aus.
Wie hoch ist die Repowering-Quote in Deutschland?
Im Jahr 2025 wurden 1.548 MW Windenergieleistung im Rahmen von Repowering-Projekten installiert, ergab eine Analyse der Fachagentur Wind und Solar. Dabei wurden zahlreiche ältere Windenergieanlagen durch insgesamt 279 neue ersetzt. Damit lag die Repowering-Quote bezogen auf die installierte Bruttoleistung bei knapp 30 Prozent. Spitzenreiter in Deutschland war 2025 Niedersachsen mit 430 MW installierter Leistung durch Repowering.

Rückbau oder Retrofit?
Der Rückbau alter Windenergieanlagen ist technisch und logistisch aufwendig. Er umfasst Demontage, Entsorgung, Recycling und die Einhaltung umfangreicher Umwelt- und Naturschutzvorgaben. Mit der neuen DIN-Norm 4866 werden erstmals einheitliche Standards für den Rückbau von Windkraftanlagen geschaffen. Es geht aber auch anders: Bei einem Retrofit werden nur einzelne Bauteile oder die Betriebssoftware ausgetauscht, die Windkraftanlage damit insgesamt aber aufgewertet und die Leistung gesteigert oder stabilisiert. Gleichzeitig führen Softwareupdates zu mehr Cybersicherheit im Windpark.
FAQ zum Thema Repowering
Was versteht man unter Repowering von Windenergieanlagen?
Repowering bezeichnet den Austausch älterer Windenergieanlagen durch moderne, leistungsstärkere Anlagen am selben oder einem nahegelegenen Standort. Neue Windräder erzeugen bei gleicher oder sogar geringerer Anzahl deutlich mehr Strom, da sie höhere Nabenhöhen, größere Rotoren und effizientere Technologien nutzen. Gleichzeitig kann Repowering die Flächeneffizienz verbessern und die Wirtschaftlichkeit bestehender Windparks erhöhen.
Welche Vorteile bietet das Repowering von Windkraftanlagen?
Repowering bringt sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile. Moderne Windenergieanlagen produzieren oft ein Mehrfaches des Stroms älterer Anlagen. Dadurch steigt der Ertrag pro Standort, während Wartungsaufwand und Betriebskosten sinken können. Zudem lassen sich bestehende Netzanschlüsse und Infrastruktur häufig weiter nutzen. Der Rückbau vieler kleiner Altanlagen zugunsten weniger leistungsstarker Anlagen kann außerdem das Landschaftsbild entlasten.
Wie stark kann sich die Stromproduktion durch Repowering erhöhen?
Die Stromerzeugung kann sich durch Repowering je nach Standort und Anlagentyp deutlich erhöhen: Moderne Windenergieanlagen erreichen häufig zwei- bis fünfmal höhere Jahreserträge als ältere Modelle. In Einzelfällen sind sogar noch größere Steigerungen möglich. Entscheidend sind Faktoren wie Windangebot, Anlagengröße, Rotorfläche und Nabenhöhe.