BESS-Markt benötigt Regeln und Rahmenbedingungen
Battery Energy Storage Systems (kurz BESS) erfahren derzeit einen echten Hype. Sie sollen Schwankungen bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne ausgleichen, negative Strompreise verhindern und das Netz entlasten. Tatsächlich steckt viel Potenzial in Batteriespeichern, aber ein Allheilmittel sind sie nicht.
Kleine und große Speicherprojekte entstehen derzeit in ganz Deutschland. Aktuell verhalten sie sich dabei zwar marktdienlich – speichern bei niedrigen Strompreisen Energie ein und geben sie bei hohen Strompreisen wieder ab –, doch dieses Verhalten ist nur selten netzdienlich. Dadurch werden Engpässe im Stromnetz teilweise sogar verstärkt. Bislang fehlen regulatorische Anreize und Rahmenbedingungen, um Speicher netzdienlich in das Stromsystem zu integrieren. Aber selbst wenn der Einsatz dieser eigentlich dringend benötigten Flexibilitäten optimiert wird, braucht es weiterhin einen Netzausbau, Preissignale am Strommarkt und eine Anpassung der Netzentgelte.
Batterieforschung: neue Speichersysteme für verschiedene Anwendungen
Aktuell dominieren Lithium-Batterien den Speichermarkt. Sie werden in Serie gefertigt – meist in China. Doch die Forschung sucht bereits nach weiteren Speichertechnologien, die weniger kritische Rohstoffe benötigen, effizienter Arbeiten oder stärker skalierbar sind. So ist es möglich, dass in Zukunft eine Reihe ganz unterschiedlicher Batterietypen im Einsatz ist – je nach Anforderung und Platz. Schon innerhalb der nächsten zehn Jahre könnten diese Alternativen konkurrenzfähig sein, sagen deutsche Forscher.
Folgende drei Speichersysteme haben wir im Spotlight miteinander verglichen:
| LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) | Natrium-Ionen-Batterien | Redox-Flow-Speicher | |
| Technologiestatus | technisch ausgereift, aktuell dominierend | noch im Aufbau, erste Großanlagen und Tests | etabliertes Konzept, aber geringere Marktdynamik |
| Verfügbarkeit / Produktion | Massenproduktion, vor allem in China | Produktion im Hochlauf, Skalierung beginnt | Einzelprojekte, noch begrenzte Verbreitung |
| Kosten | ca. 40 bis 60 Dollar pro kWh | ca. 60 Dollar pro kWh | ca. 300 Dollar pro kWh |
| Preisentwicklung | stark gefallen (halbiert in 2 Jahren, gedrittelt seit 2020) | gute Aussichten auf weitere Kostensenkung | Potenzial für Senkung, aber aktuell teuer |
| Rohstoffe | Lithium, Eisen | Natrium (weltweit reichlich verfügbar) | häufig Vanadium (teuer), teils Eisen als Alternative |
| Energiedichte (volumetrisch) | ca. 300–400 Wh/l | ca. 200–300 Wh/l | deutlich geringer als Batterien |
| Platzbedarf | mittel | höher als LFP | sehr hoch |
| Skalierbarkeit | standardisiert, weit verbreitet | gute Skalierungsperspektiven | sehr flexibel über Tankvolumen |
| Marktrolle aktuell | Marktführer bei BESS | aufstrebende Alternative | Nischenlösung |
| Zukunftsperspektive | kurz- bis mittelfristig führend | gute Chancen bei steigenden Lithiumpreisen | Chancen bei längeren Speicherzeiten, aber unsicher |
BESS-Co-Location-Index zeigt Potenzial für Batteriespeicher
Wo lohnen sich Batteriespeicher am meisten? Diese Frage will der BESS-Co-Location-Index von BET Consulting und Energy2market beantworten. Er zeigt auf, welchen Mehrwert Batteriespeicher in Kombination mit Solar- und Windparks schaffen. Betreiber können so den erzeugten grünen Strom besser ausnutzen und bei akuter Netzüberlastung zu einem späteren Zeitpunkt einspeisen. Das Potenzial der Erneuerbaren wird damit viel effizienter ausgeschöpft. Sowohl für geplante als auch bestehende Solar- und Windparks lohnt sich daher der Blick in den Index.
FAQ zum Thema Batteriespeicher
Was versteht man unter BESS?
BESS steht für Battery Energy Storage System (Batterie-Energiespeichersystem). Es handelt sich um ein System, das elektrische Energie – oft aus erneuerbaren Quellen wie Wind oder Sonne – in Akkus speichert, um sie bei Bedarf wieder abzugeben. Als sogenannte Flexibilitäten dienen sie der Zwischenspeicherung, um Schwankungen im Stromnetz zu puffern.
Was ist ein Batteriegroßspeicher?
Ein Batteriegroßspeicher oder eine Großbatteriespeicheranlage ist ein stationärer Speicher für elektrische Energie mit hoher Kapazität. Er speichert überschüssigen Strom – meist aus erneuerbaren Energien – in vielen zusammengeschalteten Batteriemodulen. Die Anlagen bestehen oft aus zahlreichen Containern und erreichen Leistungen im zweistelligen bis dreistelligen Megawattbereich.
Warum sind Batteriespeicher für die Energiewende wichtig?
Je mehr Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird, desto wichtiger sind sogenannte Flexibilitäten im Stromnetz, die die schwankende Stromerzeugung aus Erneuerbaren ausgleichen. Batteriespeicher sind eine Form dieser Flexibilitäten. Sie können die Abschaltung der Erneuerbaren-Anlagen bei Überproduktion reduzieren und Strom bei erhöhtem Bedarf einspeisen. So wird die Nutzung von grünem Strom optimiert und das Stromnetz stabilisiert. Batteriespeicher können damit zu einem wichtigen Element der Energiewende werden.