Bidirektionales Laden: Batterien altern moderat
Stärker sind Batterien gefordert, wenn sie bidirektional geladen werden, um damit am Stromhandel teilzunehmen (Vehicle-to-Grid, V2G) oder den eigenen Haushalt mit gespeichertem Strom zu versorgen (Vehicle-to-Home, V2H). Die Zahl der Fahrzeuge, deren Akkus Stromflüsse in beide Richtungen zulassen, steigt allmählich.
Laut RWTH-Forscher Ringbeck schadet das Rückspeisen von Strom ins Netz der Batterie nicht. Allerdings erhöhe sich dadurch die Zahl der Ladezyklen, der Speicher werde stärker beansprucht: „Das beschleunigt grundsätzlich die Alterung.“ Die Auswirkungen auf die Lebensdauer sind Ringbeck zufolge moderat. In einer Simulation mit realen Batteriezellen alterten „die Batterien nach zehn Jahren nur um etwa 1,5 bis 6 Prozent stärker“. Das entspreche einem Reichweitenverlust von 6 bis 19 Kilometern. „Der wirtschaftliche Vorteil dürfte den Wertverlust durch die beschleunigte Alterung deutlich überwiegen“, sagt Ringbeck. Zumal der Gesetzgeber hilft. Seit 2024 dürfen die Netzbetreiber neu installierte Wallboxen aus der Ferne auf 4,2 Kilowatt Leistung drosseln, wenn die örtlichen Stromnetze überlastet sind. E-Auto-Fahrer erhalten dafür eine Entschädigung. Den Batterien schaden solche Eingriffe nicht. Im Gegenteil, sagt Ringbeck: „Das verlangsamt ihre Alterung.“