E-Mobilität

Lebensdauer von Akkus: Stresst bidirektionales Laden die Autobatterie?

Beim bidirektionalen Laden fließt der Strom in die Autobatterie und wieder zurück ins Netz. Forscher sind sich sicher: Weder die Leistung noch die Lebensdauer von Batterien in Elektro-Autos wird spürbar eingeschränkt, wenn sie auch als Speicher genutzt werden.
Von:  Ralph Diermann
16.09.2026 | 2 Min.
Erschienen in: Spotlight: E-Mobilität
Ladevorgang: Weder die Leistung noch die Lebensdauer von Batterien in Elektro-Autos wird spürbar eingeschränkt, wenn sie auch als Speicher genutzt werden.
Ladevorgang: Weder die Leistung noch die Lebensdauer von Batterien in Elektro-Autos wird spürbar eingeschränkt, wenn sie auch als Speicher genutzt werden.
Foto: smart-me AG pexels

Stecker in die Wallbox und der Strom fließt: So laden E-Auto-Fahrer meist ihre Fahrzeuge. Sie könnten Geld sparen, wenn sie dabei auf dynamische Stromtarife setzen, die dem Börsenpreis folgen. Geladen wird bei niedrigen Preisen; steigt der Preis, wird der Vorgang unterbrochen. Noch flexibler ist bidirektionales Laden: Die Autobatterie speist ihren Strom zurück ins Netz. Doch was bedeutet dieses Hin und Her beim Laden für ihre Lebensdauer? „Werden Ladevorgänge häufiger unterbrochen, hat dies keine nennenswerten Auswirkungen auf die Lebensdauer der Batterie“, sagt Florian Ringbeck von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. Allerdings würden dynamische Tarife dazu verleiten, den Akku bei niedrigen Preisen bis zum Maximum zu laden, statt den Vorgang bei batterieschonenden 80 Prozent zu stoppen. „Werden Batterien häufig auf 100 Prozent geladen, altern sie schneller“, sagt Robin Zalwert, Referent für nachhaltige Mobilität beim TÜV-Verband. Er empfiehlt, den Akku generell nicht über 80 Prozent zu laden, „selbst wenn das bedeutet, Phasen mit günstigen Preisen nicht optimal ausnutzen zu können“.

Bidirektionales Laden: Batterien altern moderat

Stärker sind Batterien gefordert, wenn sie bidirektional geladen werden, um damit am Stromhandel teilzunehmen (Vehicle-to-Grid, V2G) oder den eigenen Haushalt mit gespeichertem Strom zu versorgen (Vehicle-to-Home, V2H). Die Zahl der Fahrzeuge, deren Akkus Stromflüsse in beide Richtungen zulassen, steigt allmählich.

Laut RWTH-Forscher Ringbeck schadet das Rückspeisen von Strom ins Netz der Batterie nicht. Allerdings erhöhe sich dadurch die Zahl der Ladezyklen, der Speicher werde stärker beansprucht: „Das beschleunigt grundsätzlich die Alterung.“ Die Auswirkungen auf die Lebensdauer sind Ringbeck zufolge moderat. In einer Simulation mit realen Batteriezellen alterten „die Batterien nach zehn Jahren nur um etwa 1,5 bis 6 Prozent stärker“. Das entspreche einem Reichweitenverlust von 6 bis 19 Kilometern. „Der wirtschaftliche Vorteil dürfte den Wertverlust durch die beschleunigte Alterung deutlich überwiegen“, sagt Ringbeck. Zumal der Gesetzgeber hilft. Seit 2024 dürfen die Netzbetreiber neu installierte Wallboxen aus der Ferne auf 4,2 Kilowatt Leistung drosseln, wenn die örtlichen Stromnetze überlastet sind. E-Auto-Fahrer erhalten dafür eine Entschädigung. Den Batterien schaden solche Eingriffe nicht. Im Gegenteil, sagt Ringbeck: „Das verlangsamt ihre Alterung.“

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