Elektromobilität gewinnt in Deutschland kontinuierlich an Bedeutung – und entwickelt sich für viele Unternehmen zu einem relevanten Standort- und Wettbewerbsfaktor. Wer seinen Gästen, Kunden oder Mietern eine komfortable Lademöglichkeit bietet, schafft nicht nur einen praktischen Service, sondern stärkt gleichzeitig seine Wettbewerbsfähigkeit und sein nachhaltiges Unternehmensprofil.
Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) waren Anfang 2026 erstmals mehr als zwei Millionen batterieelektrische Pkw in Deutschland zugelassen. Gleichzeitig wächst auch die öffentliche Ladeinfrastruktur: Die Bundesnetzagentur (BNetzA) registrierte zum 1. Mai 2026 bundesweit mehr als 200.000 öffentliche Ladepunkte, darunter über 52.000 Schnellladepunkte. Die verfügbare Ladeleistung lag bei 8,75 Gigawatt.
Ladepunkte werden zum Wettbewerbsfaktor
Mit der steigenden Zahl von Elektrofahrzeugen verändern sich auch die Erwartungen von Kunden und Beschäftigten. Unternehmen nutzen Ladepunkte zunehmend als Serviceangebot und als Baustein ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. Für Arbeitgeber können Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz ein zusätzliches Argument bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften sein. In Unternehmen mit Dienstwagen- oder Transportflotten gewinnen sie darüber hinaus als Teil der betrieblichen Infrastruktur an Bedeutung. Für Logistikunternehmen wird die Elektrifizierung des Fuhrparks sogar regelrecht zum Wettbewerbsfaktor: Eigene Ladepunkte ermöglichen eine zuverlässige Versorgung von Lieferfahrzeugen, Transportern oder Servicefahrzeugen direkt am Standort. Dadurch lassen sich Standzeiten optimal nutzen und Betriebsabläufe effizient gestalten.
Insbesondere in der Tourismus- und Freizeitbranche werden Ladepunkte zunehmend als Ausstattungsmerkmal wahrgenommen. Hotels, Campingplätze, Restaurants oder Freizeiteinrichtungen reagieren damit auf die Bedürfnisse von Gästen, die ihr Fahrzeug während des Aufenthalts laden möchten. Und auch für die Immobilienwirtschaft gewinnt das Thema an Relevanz. Ladeinfrastruktur kann die Attraktivität von Wohn- und Gewerbeimmobilien erhöhen und dazu beitragen, Objekte besser zu vermarkten. Darüber hinaus eröffnen sich für Eigentümer zusätzliche Erlösmöglichkeiten durch den Betrieb oder die Vermietung von Ladeeinrichtungen.
Herausforderung: Auswahl und Umsetzung von Ladeprojekten
Der Aufbau von Ladeinfrastruktur ist jedoch mit technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Fragen verbunden. Unternehmen müssen unter anderem den Leistungsbedarf ermitteln, Fördermöglichkeiten prüfen, Netzanschlüsse bewerten und geeignete Anbieter auswählen. Gerade kleinere Betriebe verfügen häufig nicht über eigenes Fachpersonal für die Planung und Beschaffung entsprechender Lösungen.
Vor diesem Hintergrund entstehen digitale Vermittlungsplattformen, die Nachfrage und Angebot zusammenbringen sollen. Eine davon stellt das Kölner Startup Avori bereit. Das Unternehmen will Interessenten bei der Planung von Ladeprojekten unterstützen und sie mit Anbietern von Ladelösungen vernetzen. Nach der Dateneingabe zu Adresse, gewünschter Anzahl an Ladepunkten und Besonderheiten schlägt Avori Handlungsoptionen vor und gibt eine Kostenschätzung ab. Anbieter von Ladelösungen geben dann ihre Gebote auf das Projekt ab. Angesichts des anhaltenden Wachstums der Elektromobilität dürfte der Bedarf an entsprechenden Dienstleistungen weiter steigen. Während die Zahl der Elektrofahrzeuge zunimmt, wächst auch der Druck auf Unternehmen und Immobilieneigentümer, geeignete Ladeangebote bereitzustellen.
Dieser Artikel entstand im Rahmen der Vorberichterstattung zum BEE-Sommerfest 2026. Mehr zum Startup Avori erfahren Sie im Porträt bei unserem Kooperationspartner energiezukunft.