Blickt man auf die Daten zum Verhältnis von Elektroautos und Schnellladepunkten, ist eindeutig eine langersehnte Besserung in Sicht: Rechnerisch teilten sich 2022 noch knapp 70 E-Autos einen Schnellladepunkt – heute sind es nur noch 44. Damit hat der Ausbau der Ladeinfrastruktur die Geschwindigkeit bei der Elektroauto-Zulassung überholt und stellt keinen Engpass mehr für die Elektromobilität in Deutschland dar. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) basierend auf der Datenplattform Open Energy Tracker, die Fortschritte bei der Energiewende abbildet.
Mehr große E-Autos und mehr europäische Hersteller
Bei der Art der neu zugelassenen Elektroautos gibt es mittlerweile einen Wandel: Zunehmend fahren auch höhere Fahrzeugsegmente wie SUVs und Geländewagen elektrisch – sie machen etwa die Hälfte der Zulassungen aus. Diese Anteile liegen über dem Durchschnitt aller neu zugelassenen Pkw. Außerdem stammen immer mehr E-Pkw aus europäischer Produktion (80 Prozent). Tesla verliert deutlich an Marktanteilen, während chinesische Hersteller von einem niedrigen Niveau aus zulegen.
Einen weiteren positiven Trend gibt es bei Nutzfahrzeugen, die lange als schwer elektrifizierbar galten: Busse und sogar immer mehr große Sattelzugmaschinen fahren elektrisch. Insbesondere Busse haben einen Neuzulassungsanteil von etwa einem Viertel und damit den höchsten Anteil aller Fahrzeugklassen. In der Gesamtflotte ist bereits jeder zwanzigste Bus vollelektrisch unterwegs.
E-Mobilität: Technologieklarheit statt Technologieoffenheit
Möglich seien laut der DIW-Studie Fördermaßnahmen, die zielgerichtet ausgestaltet sind. Die kürzlich neu eingeführte Elektroauto-Prämie oder Steuervorteile für gewerblich genutzte E-Pkw könnten zwar kurzfristig Impulse setzen, sollten aber mit einer klaren politischen Priorisierung vollelektrischer Fahrzeuge einhergehen.

