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Ladeinfrastruktur in Deutschland wächst schneller als E-Auto-Bestand

Lang galt der lahmende Ausbau der Ladeinfrastruktur als großes Hemmnis für die Elektromobilität in Deutschland. Mittlerweile wächst die Zahl der Ladepunkte schneller als die der zugelassenen E-Fahrzeuge. Die Infrastruktur ist damit längst keine Bremse mehr für die Antriebswende.
09.02.2026 | 2 Min.
Nimmt Fahrt auf: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur wächst schneller als die Zulassungszahlen von E-Autos.
Nimmt Fahrt auf: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur wächst schneller als die Zulassungszahlen von E-Autos.
Foto: Pixabay ClimateWarrior

Blickt man auf die Daten zum Verhältnis von Elektroautos und Schnellladepunkten, ist eindeutig eine langersehnte Besserung in Sicht: Rechnerisch teilten sich 2022 noch knapp 70 E-Autos einen Schnellladepunkt – heute sind es nur noch 44. Damit hat der Ausbau der Ladeinfrastruktur die Geschwindigkeit bei der Elektroauto-Zulassung überholt und stellt keinen Engpass mehr für die Elektromobilität in Deutschland dar. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) basierend auf der Datenplattform Open Energy Tracker, die Fortschritte bei der Energiewende abbildet.

Die Zukunft des Straßenverkehrs ist batterieelektrisch." Wolf-Peter Schill, DIW
Bundesweit sind inzwischen knapp 190.000 öffentliche Ladepunkte installiert – etwa ein Viertel davon Schnelllader. Gleichzeitig fahren rund zwei Millionen reine Elektroautos in Deutschland. Sie machen etwa vier Prozent der Gesamtflotte aus. Im Jahr 2025 hatten fast 20 Prozent der neu zugelassenen Autos einen batterieelektrischen Antrieb. Damit lag der Anteil deutlich über dem Vorjahr, als das plötzliche Ende der Elektroauto-Prämie die Nachfrage einbrechen ließ. „Die Zukunft des Straßenverkehrs ist batterieelektrisch“, sagt Studienautor Wolf-Peter Schill aus der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt im DIW Berlin. „Insgesamt kommt der Umbau der Fahrzeugflotte aber zu langsam voran.“

Mehr große E-Autos und mehr europäische Hersteller

Bei der Art der neu zugelassenen Elektroautos gibt es mittlerweile einen Wandel: Zunehmend fahren auch höhere Fahrzeugsegmente wie SUVs und Geländewagen elektrisch – sie machen etwa die Hälfte der Zulassungen aus. Diese Anteile liegen über dem Durchschnitt aller neu zugelassenen Pkw. Außerdem stammen immer mehr E-Pkw aus europäischer Produktion (80 Prozent). Tesla verliert deutlich an Marktanteilen, während chinesische Hersteller von einem niedrigen Niveau aus zulegen.

Einen weiteren positiven Trend gibt es bei Nutzfahrzeugen, die lange als schwer elektrifizierbar galten: Busse und sogar immer mehr große Sattelzugmaschinen fahren elektrisch. Insbesondere Busse haben einen Neuzulassungsanteil von etwa einem Viertel und damit den höchsten Anteil aller Fahrzeugklassen. In der Gesamtflotte ist bereits jeder zwanzigste Bus vollelektrisch unterwegs.

E-Mobilität: Technologieklarheit statt Technologieoffenheit

Soll die E-Mobilität weiter wachsten, müsse die Politik Batteriefahrzeuge klar priorisieren und entsprechende Rahmenbedingungen für den Hochlauf schaffen, so Studienautor Schill: „Im Straßenverkehr sollte sich die Politik vom Ideal der Technologieoffenheit verabschieden und endlich Technologieklarheit schaffen. Solange sie signalisiert, alle Antriebsoptionen offenhalten zu wollen, verzögert das Investitionen und Kaufentscheidungen. So setzt auch die vorgeschlagene Aufweichung des europäischen Verbrenner-Aus das falsche Signal.“

Möglich seien laut der DIW-Studie Fördermaßnahmen, die zielgerichtet ausgestaltet sind. Die kürzlich neu eingeführte Elektroauto-Prämie oder Steuervorteile für gewerblich genutzte E-Pkw könnten zwar kurzfristig Impulse setzen, sollten aber mit einer klaren politischen Priorisierung vollelektrischer Fahrzeuge einhergehen.

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