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Neue Studie

Steigendes CO₂ verstärkt Sonnenstürme und gefährdet Satelliten

Steigende Kohlendioxidkonzentrationen verstärken in der oberen Atmosphäre die Intensität geomagnetischer Stürme, wie eine Studie des National Center for Atmospheric Research in den USA zeigt. Das kann den Betrieb Tausender Satelliten beeinträchtigen.
Von:  Frank Lassak
18.11.2025 | 2 Min.
Erschienen in: Ausgabe 11/2025
Im All: Veränderte Sonnenstürme haben starke Auswirkungen auf Satelliten.
Im All: Veränderte Sonnenstürme haben starke Auswirkungen auf Satelliten.
Visualisierung: NOAA

Geomagnetische Stürme, die durch massive Ausbrüche geladener Teilchen an der Sonnenoberfläche verursacht werden, erhöhen die Dichte der oberen Erdatmosphäre und damit den Luftwiderstand. Das wirkt sich auf die Steuerung von Satelliten aus, die schlimmstenfalls aus der Bahn geraten und abstürzen können. Das haben Forschende unter der Leitung des Atmosphärenwissenschaftlers Nicholas Pedatella am National Center for Atmospheric Research (NSF) in Boulder, im US-Bundesstaat Colorado, mithilfe von Computersimulationen ermittelt.

„Sonnenstürme werden in Zukunft anders auf die Erde einwirken, weil sich die Dichte der Atmosphäre verändert“, sagt Pedatella. „Für Satellitenbetreiber ist das ein Problem, da die Raumsonden für bestimmte atmosphärische Bedingungen ausgelegt sind.“ Anders als die untere Atmosphäre, die sich durch Kohlendioxidemissionen erwärmt, wird die obere Atmosphäre kälter, wenn die CO2-Konzentration steigt. In der relativ dichten Luft nahe der Erdoberfläche absorbiert CO2 Energie; in großen Höhen, wo die Luft dünner ist, gibt es sie in den Weltraum ab.

Höhere Dichte der Atmosphäre durch steigende CO2-Konzentration

Vorangegangene Studien hatten untersucht, inwieweit ein Anstieg der Treibhausgase die Dichte der oberen Atmosphäre beeinflusst. Pedatella und seine Kollegen stellten sich jedoch eine andere Frage: Wie wird sich die atmosphärische Dichte in Zukunft während geomagnetischer Stürme verändern? Sie konzentrierten sich auf den geomagnetischen Supersturm vom 10. und 11. Mai 2024, als eine Reihe starker Sonnenstörungen, sogenannter koronaler Massenauswürfe, die Erdatmosphäre trafen. Das Team analysierte, wie die Atmosphäre auf einen Sturm derselben Größenordnung im Jahr 2016 und in drei zukünftigen Jahren reagiert hätte, die jeweils um das Minimum des elfjährigen Sonnenzyklus (2040, 2061 und 2084) herum stattfinden.

Die Forschenden fanden heraus, dass im Lauf dieses Jahrhunderts diverse Regionen der oberen Atmosphäre auf dem Höhepunkt eines solchen Sturms 20 bis 50 Prozent mehr Dichte haben werden, wenn die CO2-Konzentration weiter wie bisher ansteigt. Während ein heutiger Sturm die Dichte auf seinem Höhepunkt mehr als verdoppelt, könnte er sie in Zukunft mindestens verdreifachen.

Dichte der Atmosphäre hat starke Auswirkungen auf Satelliten

Weitere Forschungen seien jedoch erforderlich, so Pedatella, „um besser zu verstehen, wie sich das Weltraumwetter in den kommenden Jahrzehnten verändern wird“. Dazu gehöre die Analyse unterschiedlicher Arten geomagnetischer Stürme – und die Frage, ob die Auswirkungen im Lauf des Sonnenzyklus variieren, wenn sich die Dichte der Atmosphäre ändert. Es sei von großer Bedeutung, so der NSF-Wissenschaftler, „dass wir herausfinden, wie diese Veränderungen ablaufen werden, denn sie haben starke Auswirkungen auf unsere Atmosphäre – und auf die dort positionierten Satelliten“.

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