Ozeane spielen im Klimasystem eine Schlüsselrolle: Sie produzieren 50 Prozent unseres Sauerstoffs, binden etwa 30 Prozent der CO₂-Emissionen und speichern 90 Prozent der Wärme, die durch Emissionen entsteht. Damit sind sie der größte Kohlenstoffspeicher der Erde und ein wichtiger Puffer gegen die globale Erwärmung.
Für ihre im Fachjournal Journal of Hazardous Materials unter Beteiligung der University of Sharjah veröffentlichte Analyse werteten die Forschenden 89 Studien aus den Jahren 2010 bis 2025 aus. Die Ergebnisse zeigen, dass Mikroplastik die sogenannte biologische Kohlenstoffpumpe beeinträchtigt – einen Prozess, bei dem Phyto- und Zooplankton Kohlendioxid aufnehmen und in tiefere Ozeanschichten transportieren, wo es langfristig gespeichert wird. Mikroplastik verringert die Photosyntheseleistung des Phytoplanktons und stört den Stoffwechsel des Zooplanktons.
Kunststoffpartikel selbst tragen zur Klimabelastung bei
Mikroplastik ist inzwischen nahezu überall nachweisbar – von der Tiefsee bis in den menschlichen Körper. Weltweit wurden bislang rund 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert, von denen etwa 80 Prozent in der Umwelt oder auf Deponien landen. Nur neun Prozent werden recycelt. Angesichts der engen Verknüpfung von Plastikverschmutzung und Klimawandel fordert das Forschungsteam einen integrierten politischen Ansatz. Weniger Einwegplastik und ein besseres Abfallmanagement seien „nicht nur für den Meeresschutz, sondern auch für das Klima und die Gesundheit entscheidend“.