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Klimakommunikation

Klimamüdigkeit lähmt Energiewende

Die Deutschen verlieren zunehmend das Vertrauen in Klimapolitik und Energiewende. Laut einer aktuellen internationalen Ipsos-Studie sehen sich nur noch 53 Prozent der Bürgerinnen und Bürger persönlich in der Verantwortung, etwas gegen den Klimawandel zu tun – ein deutlicher Rückgang.
Von:  Frank Lassak
14.07.2025 | 2 Min.
Erschienen in: Ausgabe 06/2025
Die gesellschaftliche Unterstützung für Klimaschutz schwindet nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus wachsender Frustration.
Die gesellschaftliche Unterstützung für Klimaschutz schwindet nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus wachsender Frustration.
Foto: Unsplash/ Kelly Sikkema

Laut einer aktuellen internationalen Ipsos-Studie sehen sich nur noch 53 Prozent der Bürgerinnen und Bürger persönlich in der Verantwortung, etwas gegen den Klimawandel zu tun – ein deutlicher Rückgang gegenüber 69 Prozent im Jahr 2021. Auch der Wunsch nach politischem Handeln schwindet: Lediglich 41 Prozent meinen, Deutschland solle mehr gegen den Klimawandel tun – das ist der niedrigste Wert unter allen 32 befragten Ländern. Überdies ist das Vertrauen in Regierung und Wirtschaft stark gesunken: Nur noch 18 Prozent trauen der Bundesregierung zu, einen sinnvollen Klimaplan zu verfolgen; 45 Prozent fühlen sich von ihr im Stich gelassen.

Das Wissen rund um Klima- und Energiewandel ist ebenfalls lückenhaft: Die Hälfte der Befragten hält E-Autos für genauso umweltschädlich wie Verbrenner, 27 Prozent bezweifeln sogar den wissenschaftlichen Konsens zur Erderwärmung. Kein Wunder, dass der Glaube an die positiven Effekte der Energiewende verhalten ist: Nur 19 Prozent versprechen sich durch den Kampf gegen Klimakrise und Umweltverschmutzung gute Beschäftigungschancen.

Auch das Umweltbundesamt konstatiert in seiner Umweltbewusstseinsstudie 2025 einen Rückgang der wahrgenommenen Dringlichkeit: Zwar stuft demnach weiterhin mehr als die Hälfte der Bevölkerung Umwelt- und Klimaschutz als sehr wichtig ein, das sind aber deutlich weniger als noch vor fünf Jahren (69 Prozent). Parallel sinkt die Zuversicht, dass sich die Klimakatastrophe überhaupt noch vermeiden lässt.

Eine Umfrage der Wochenzeitung Die Zeit zeigt zudem eine breite Skepsis, ob das deutsche Klimaziel für 2045 erreichbar ist. Zwei Drittel der Befragten glauben nicht, dass es gelingen wird. Und eine Untersuchung des Wuppertal-Instituts macht deutlich: Mehr als 70 Prozent der Befragten sehen den Klimawandel zwar als ernsthafte Bedrohung, viele empfinden die Lasten der Energiewende aber als ungerecht verteilt und beklagen mangelnde Transparenz bei politischen Maßnahmen.

Die Studien zeichnen ein konsistentes Bild: Die gesellschaftliche Unterstützung für Klimaschutz schwindet nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus wachsender Frustration – über politische Ohnmacht, soziale Ungleichheit und unklare Perspektiven.

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