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Klimawandel

Rückkopplungen treiben die Erderwärmung an

Das Klimasystem der Erde reagiert zunehmend empfindlich auf steigende Temperaturen. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass sich die Erwärmung durch miteinander verknüpfte Prozesse selbst verstärken kann.
12.03.2026 | 1 Min.
Erschienen in: Ausgabe 03/2026
Überschwemmt: Extremwetterereignisse nehmen aufgrund des Klimawandels deutlich zu.
Überschwemmt: Extremwetterereignisse nehmen aufgrund des Klimawandels deutlich zu.
Foto: Lafargue Raphael, ABACA, Picture Alliance

157 Katastrophen

registrierten Forschende der World Weather Attribution im vergangenen Jahr weltweit, berichtet das Imperial College London. Die schweren Extremwetterereignisse – darunter 49 Überschwemmungen, 49 Hitzewellen und 38 Stürme – zeigen, wie katastrophal sich der Klimawandel auf die Lebensbedingungen auswirkt.

Die Erde erwärmt sich derzeit schneller als zu irgendeinem Zeitpunkt in den vergangenen drei Millionen Jahren. Ein internationales Forschungsteam warnt davor, dass sich die globale Erwärmung durch Rückkopplungen selbst verstärke und selbst drastische Emissionssenkungen die Entwicklung kaum aufhalten könnten. Ein Team um William Ripple von der Oregon State University hat 16 zentrale Komponenten des Erdsystems untersucht, darunter die Eisschilde Grönlands und der Westantarktis, Permafrostböden, Ozeane, Gebirgsgletscher sowie den Amazonasregenwald. Die Analyse zeigt, dass deren Klimasysteme eng miteinander verknüpft sind: Sterben etwa große Teile des Amazonasregenwalds ab, sinkt dessen Fähigkeit, CO₂ zu binden. Die atmosphärische Konzentration des Treibhausgases steigt weiter – und mit ihr die globale Temperatur. Höhere Temperaturen begünstigen weitere Prozesse, etwa das Auftauen von Permafrostböden, bei dem Methan und CO₂ freigesetzt werden, oder das Abschmelzen von Eisflächen, wodurch die darunter liegenden dunkleren Böden mehr Sonnenlicht absorbieren. Ein Teufelskreis, der die Erde immer weiter aufheizt.

Globale Durchschnittstemperatur bei mehr als 1,5 Grad

„Wir beobachten eine Beschleunigung der Erwärmung, die auf den Verlust der Widerstandsfähigkeit des Planeten hinweist“, sagt Johan Rockström vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Die globale Durchschnittstemperatur lag zwölf Monate in Folge mehr als 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Die CO₂-Konzentrationen überschritt zuletzt 420 ppm (parts per million) – Werte, die seit drei Millionen Jahren nicht mehr erreicht wurden.

„Was früher Jahrtausende dauerte, passiert gerade innerhalb von Jahrzehnten“, ergänzt Ripple. Die anthropogene Erwärmung dränge das Klimasystem aus der seit 11.000 Jahren stabilen Phase, die Landwirtschaft und gesellschaftliche Entwicklung erst ermöglicht hat. Selbst bei sofortigen Emissionssenkungen könnten einige Prozesse bereits unumkehrbar sein.

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