Klimawandelfolgen

Grönlands größte Eiskappe droht erneut zu schmelzen

Bohrungen am Prudhoe Dome zeigen: Der 500 Meter mächtige Eiskörper war bereits in einer moderaten Warmphase geschmolzen. Die neuen Daten liefern beunruhigende Hinweise darauf, wie empfindlich das grönländische Eis auf steigende Temperaturen reagiert.
03.03.2026 |
Erschienen in: Ausgabe 02/2026
Schmilzt erneut: Grönlands größte Eiskappe ist schon einmal geschmolzen.
Schmilzt erneut: Grönlands größte Eiskappe ist schon einmal geschmolzen.
Foto: Jason Briner, University at Buffalo

Grönlands Prudhoe Dome, ein 500 Meter starker Eiskörper von der Größe Luxemburgs, könnte erneut zu schmelzen beginnen. Forschende des Projekts Green Drill und der University at Buffalo bohrten einen halben Kilometer tief ins Eis und untersuchten Sedimentproben. Die Ergebnisse zeigen, dass der Eisdom schon einmal vor rund 7000 Jahren geschmolzen war. Damals lagen die Temperaturen nur geringfügig über dem heutigen Niveau.

Abschmelzen würde Flutrisiken erhöhen

Ein erneutes Abschmelzen hätte dramatische Folgen: Der Meeresspiegel könnte um bis zu 73 Zentimeter steigen und unzählige Menschen in Küstenregionen bedrohen. Nach Schätzungen von Forschenden des Projekts Copernicus würde jeder Zentimeter Anstieg etwa sechs Millionen Menschen zusätzlichen Flutrisiken aussetzen. „Wenn schon natürliche, moderate Klimaänderungen den Prudhoe Dome damals zum Abschmelzen brachten, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis der anthropogene Klimawandel dasselbe bewirkt“, warnt Jason Briner, Co-Autor der Studie. Weitere Bohrungen sollen klären, wie schnell das Eis schmilzt und ab welchem Temperaturniveau es instabil wird.

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