Klimakrise

Weltweites CO2-Budget demnächst erschöpft

Weltweit steigen die Treibhausgasemissionen unvermindert weiter. Der aktuelle Global Carbon Budget Report zeigt, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, um die drohende Klimakatastrophe noch abzuwenden.
Von:  Nadine Fischer und Frank Lassak
20.01.2026 | 2 Min.
Erschienen in: Ausgabe 12/2025
Der Bedarf an Strom und Treibstoffen wächst schneller, insbesondere im industriellen Sektor.
Der Bedarf an Strom und Treibstoffen wächst schneller, insbesondere im industriellen Sektor.
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Der Global Carbon Budget Report 2025 (GCBR) offenbart eine beunruhigende Entwicklung, die alle vorherigen Warnstufen übertrifft. Demnach ist der weltweite CO₂-Ausstoß aus fossilen Brennstoffen 2025 gegenüber dem Vorjahr erneut um 1,1 Prozent auf 37,8 Milliarden Tonnen gestiegen – weit mehr, als das Klima verkraften kann. Die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas liegt klar über den Werten von 2024 – und für das kommende Jahr rechnen die Forschenden mit einem weiteren Anstieg. Auch in der Europäischen Union, wo die Emissionen zuletzt peu à peu gesunken waren, erwarten die Forschenden nun wieder einen Zuwachs. Einer der Gründe dafür ist der Flugverkehr: Die Luftfahrtbranche rechnet für 2026 in Europa mit knapp sieben Prozent mehr Starts und Landungen.

Zwar sinkt die Kohlenstoffintensität der Energieerzeugung in China, der EU und den USA mittlerweile um rund ein Prozent pro Jahr, aber der Bedarf an Strom und Treibstoffen wächst schneller. Effizienzgewinne und der Ausbau der erneuerbaren Energien werden vom zunehmenden Energiehunger übertroffen. Das hat zur Folge, dass die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre 2025 einen Höchststand erreicht hat – 425,7 ppm – und somit 52 Prozent über dem vorindustriellen Niveau liegt.

Die Autoren und Autorinnen des GCBR haben ermittelt, dass das verbleibende Kohlenstoffbudget, um die Erderwärmung unter 1,5 Grad Celsius zu halten, nur noch knapp 170 Milliarden Tonnen CO₂ beträgt – das reicht für rund vier Jahre, wenn die Emissionen auf dem heutigen Niveau verharren. Weltweit steigen die Treibhausgasemissionen unvermindert weiter.

Zwei-Grad-Limit könnte in 25 Jahren überschritten sein

Der aktuelle Global Carbon Budget Report zeigt, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, um die drohende Klimakatastrophe noch abzuwenden. Derzeit liegt die anthropogene Erderwärmung bei 1,36 Grad Celsius. Das Zwei-Grad-Limit könnte in rund 25 Jahren überschritten sein, schreiben die Forschenden. „Diese Entwicklung hat gravierende Folgen für die Klimagerechtigkeit, da das verbleibende Kohlenstoffbudget in erster Linie von großen Emittenten in den Industriestaaten verbraucht wird, während fragile und kleinere Volkswirtschaften die Konsequenzen tragen“, sagt Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.

Hinzu kommt: Während die Emissionen weiter steigen, verlieren die natürlichen CO₂-Senken an Kraft. Die Ozeane haben bislang im Schnitt 29 Prozent der Emissionen aufgenommen, doch seit knapp zehn Jahren lässt die Speicherfähigkeit der Weltmeere nach, denn Hitzewellen und veränderte Strömungen verringern die Löslichkeit von Kohlendioxid im Wasser.

Jede weitere emittierte Tonne CO₂ ist ein irreversibler Schritt in ein wärmeres und unberechenbares Erdzeitalter.“ Pierre Friedlingstein, der leitende Autor des Reports

An Land sieht es nicht besser aus: Dürren, Waldbrände und steigende Temperaturen haben die CO₂-Aufnahmefähigkeit der Biomasse inzwischen um rund ein Viertel gesenkt. Was Pflanzen und Böden an Kohlenstoff binden, wird durch die Erderwärmung weitgehend wieder freigesetzt.

So kommt der Global Carbon Budget Report 2025 zu einem düsteren Fazit: Die Erderwärmung beschleunigt sich, das verbleibende Emissionsbudget schmilzt, und die natürlichen Puffer versagen zunehmend.

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