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Atommüll

Endlager kommt möglicherweise erst im nächsten Jahrhundert

Das Endlager für hochradioaktiven Abfall wird frühestens 2058 bestimmt, so die neueste Einschätzung der Endlagerkommission. Die Inbetriebnahme wird erst nach 2100 stattfinden, der bisherige Zeitplan aufgegeben.
Von:  Clemens Weiß – energiezukunft.eu
06.06.2016 | Aktualisierung: 13.06.2016 | 2 Min.

Frühestens 2058 ist es nach Einschätzung der Endlagerkommission möglich, einen Standort für das Endlager für hochradioaktiven Abfall in Deutschland zu finden. Das geht aus dem Abschlussbericht der Kommission zum Zeithorizont der Endlagersuche hervor. Demnach gibt die Kommission den bisherigen Zeitplan im Standortauswahlgesetz auf. Darin war die Festlegung auf einen geeigneten Standort für 2031 vorgesehen, laut Bundesumweltministerium ist bislang die Inbetriebnahme des Endlagers für 2050 geplant.

Diesen Zeitplan hält die Kommission für „unrealistisch“, für die Suche sei ein Zeitraum von 40 bis 60 Jahren denkbar. Da der Prozess 2018 beginnen soll, könnte frühestens 2058 ein Standort gefunden sein. Mit der Inbetriebnahme und der Einlagerung der hochradioaktiven Abfälle ist dann laut Kommission erst im nächsten Jahrhundert zu rechnen. Einen genauen eigenen Zeitplan wollten die Experten nicht vorlegen, das fällt nun in die Zuständigkeit des Bundesamts für kerntechnische Entsorgung.

Die Kosten steigen

In dem einstimmig beschlossenen Abschlussbericht weist die Kommission zudem darauf hin, dass es bei der Endlagersuche einen Zielkonflikt gebe: zwischen größtmöglicher Sicherheit und Beteiligung der Öffentlichkeit auf der einen und einer kurzen Zeitdauer des Verfahrens auf der anderen Seite. Ein schnelleres Suchverfahren sollte nicht zu Lasten von Sicherheit und Beteiligung gehen, warnen die Experten.

Ein längeres Verfahren bedeutet allerdings auch zusätzliche Milliardenkosten, denn die bisherige Lagerung ist sehr teuer. Der hochradioaktive Abfall wird derzeit in den Zwischenlagern Gorleben, Rubenow bei Greifswald, Jülich und Ahaus, sowie an zwölf Atomkraftwerk-Standorten aufbewahrt.

Clemens Weiß – energiezukunft.eu

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