Zementwerke könnten ihre Emissionen künftig deutlich senken und zugleich der Atmosphäre CO₂ entziehen. Forschende der ETH Zürich haben untersucht, wie sich die Zementproduktion mit Direct Air Capture (DAC) koppeln lässt. Beide Prozesse nutzen dieselben Kalziumverbindungen und die Kalzinierung von Kalkstein.
Wird der dafür benötigte Ofen mit CO₂-armem Strom betrieben, kann das bei der Kalzinierung entstehende Kohlendioxid direkt abgeschieden werden. Der erzeugte Branntkalk nimmt nach Zugabe von Wasser zusätzlich CO₂ aus der Luft auf und wird wieder zu Kalkstein, der erneut als Rohstoff dienen kann.
CO₂-Entnahmeeffizienz von bis zu 96 Prozent möglich
Nach Berechnungen des Forschungsteams würde die Elektrifizierung des Ofens zusammen mit der direkten CO₂-Abscheidung die Klimawirkung der Zementproduktion um 78 Prozent verringern. Durch zusätzliche Luftkontakt-Zyklen wäre sogar eine negative CO₂-Bilanz möglich.
Mit weitgehend erneuerbarer Energie erreicht das Verfahren laut Studie eine CO₂-Entnahmeeffizienz von bis zu 96 Prozent. Einige Anlagenkomponenten sind allerdings noch nicht großindustriell erprobt; die Wirtschaftlichkeit wurde bislang nicht untersucht.