Der Weltklimarat IPCC hat zu Beginn der Woche in Kopenhagen seinen Synthesebericht aus den drei Klimaberichten seit September 2013 und zwei Sonderberichten zu Extremwettern veröffentlicht. Bis zum Jahr 2100 müsse die fossile Energieproduktion „nahezu vollständig“ verschwunden sein, heißt es in dem Report. Auf dem Weg zum Null-Emissions-Ziel müsse der Anteil erneuerbarer Stromproduktion bis 2050 auf 80 Prozent gesteigert werden, so der Weltklimarat. Ganz entscheidend sei der schnelle Ausstieg aus der Kohle. Da hier viele Länder blockierten und sogar neue Kohlekraftwerke gebaut werden, sehen die Wissenschaftler in der CCSSteht für Carbon Capture and Storage: das Einfangen und dauerhafte Einlagern von CO2. Beim verwandten CCU dient das eingefangene CO2 als Rohstoff für Produkte.Steht für Carbon Capture and Storage: das Einfangen und dauerhafte Einlagern von CO2. Beim verwandten CCU dient das eingefangene CO2 als Rohstoff für Produkte.-Technik Potenzial. Dabei soll das Kohlendioxid am Kraftwerk aus dem Abgas gefiltert und in Speichern verwahrt werden, sodass es nicht in die Atmosphäre gelangt – ein höchst umstrittenes und kaum erforschtes Verfahren. Die Autoren befürchteten jedoch, dass die angestrebten Klimaziele ohne die CCSSteht für Carbon Capture and Storage: das Einfangen und dauerhafte Einlagern von CO2. Beim verwandten CCU dient das eingefangene CO2 als Rohstoff für Produkte.Steht für Carbon Capture and Storage: das Einfangen und dauerhafte Einlagern von CO2. Beim verwandten CCU dient das eingefangene CO2 als Rohstoff für Produkte.-Technologie kaum erreichbar wären.
Die Bundesregierung gab an, im Dezember über zusätzliche Maßnahmen zur Emissionsreduktion zu entscheiden. Umweltverbände wie der BUND appellieren an die Politik, rasch weitere Maßnahmen zum Klimaschutz zu ergreifen. „Je länger wir warten, desto größer werden die Risiken eines unumkehrbaren Klimawandels und desto gravierender die Folgen für die Gesellschaft“, warnt der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Deutschland werde die angestrebte Reduzierung des Treibhausgasausstoßes um 40 Prozent bis 2020 eklatant verfehlen, wenn es nicht gelinge, bei den Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energien umzusteuern, so Weiger.
Deutschland und andere europäische Länder wie Polen halten bisher an der Kohleverstromung fest. „Als Sofortmaßname ist es nötig, zehn Gigawatt an überflüssigen Kohlekraftwerken vom Markt zu nehmen. Dies wäre auch ein Signal an die Gesellschaft, dass alle Politik- und Gesellschaftsbereiche gefordert sind, sich für einen konsequenten Klimaschutz einzusetzen“, so Weiger. In der vergangenen Woche war ein Vorschlag aus dem Bundeswirtschaftsministerium bekannt geworden, Stein- und Braunkohlekraftwerke per Verordnung vom Markt zu nehmen. Der Umweltschutzverband BUND hatte bereits Ende August einen Braunkohle-Ausstiegsplan vorgelegt.
Der Klimaschutzbericht des IPCC gilt als wegweisend für ein globales Klimaabkommen 2015 in Paris. Nach letzten Umfragen plädiert eine Mehrzahl der Europäer für einen verstärkten Klimaschutz. Gesellschaftliches Verhalten und Lebensstil haben durchaus einen spürbaren Einfluss auf den Energieverbrauch und auf den damit verbundenen Treibhausgas-Ausstoß. „Emissionen können wesentlich gesenkt werden, indem wir unser Konsumverhalten verändern“, so Sven Harmeling, klimapolitischer Koordinator bei der Hilfsorganisation Care, „indem wir Energiesparmaßnahmen umsetzen und beispielsweise auch weniger Lebensmittel verschwenden.“ Wenn die globale Erwärmung auch künftig so schnell zunehme wie bisher, werden weitere Millionen Menschen in Entwicklungsländern vom Hunger bedroht sein, warnt Harmeling. Zu gesellschaftlichen Verhaltensänderungen, um Emissionen zu vermeiden, – etwa einer Ernährung mit weniger Fleisch – fordert auch der IPCC-Bericht auf: „Die Auslöser des Klimawandels jetzt anzugehen, bedeutet eine weit weniger große Veränderung für unsere Wirtschaft und Gesellschaft, als wenn wir so weitermachen wie bisher.“
Nicole Allé – energiezukunft.eu

