Zur Webseite des Anbieters
Fördermittelmanagement

„Ohne Förderung kein flächendeckender Netzausbau“

Fördermittel sind mehr als nur Zuschüsse: Sie senken Risiken, stärken das Eigenkapital und ermöglichen überhaupt erst viele Projekte – insbesondere im kostspieligen Infrastruktur-Bereich. Fördermittelberaterin Anna M. Jäckel erklärt im Interview, worauf es für Unternehmen beim strategischen Einsatz ankommt.
05.05.2026 | 3 Min.
Anna M. Jäckel: seit 12 Jahren zertifizierte Fördermittelberaterin und seit 2017 Geschäftsführerin der Service Wirtschaftsförderung Jäckel & Rock.
Anna M. Jäckel: seit 12 Jahren zertifizierte Fördermittelberaterin und seit 2017 Geschäftsführerin der Service Wirtschaftsförderung Jäckel & Rock.
Foto: Service Wirtschaftsförderung Jäckel & Rock

neue energie: Welchen Stellenwert haben Förderungen für den nötigen Ausbau der Netzinfrastruktur?

Anna M. Jäckel

ist seit 12 Jahren zertifizierte Fördermittelberaterin und seit 2017 Geschäftsführerin der Service Wirtschaftsförderung Jäckel & Rock. Das Unternehmen hat sich als B2B-Beratungsunternehmen auf das Fördermittelmanagement für die Branchen Schiene, ÖPNV, Energie und Glasfaser spezialisiert. Sprechen Sie mit Fr. Jäckel auf dem Fachkongress „Netz und Erzeugung“ am 2. und 3. Juni 2026 persönlich; die Service Wirtschaftsförderung Jäckel & Rock ist Sponsor.

Anna M. Jäckel: Ohne Förderung wäre ein großer Teil des Netzausbaus schlicht nicht realisierbar – zumindest nicht in der Geschwindigkeit und Fläche, die politisch gewünscht ist. Wir sehen in der Praxis immer wieder, dass Förderungen vor allem eine Funktion haben: Sie schließen die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke. Im Energienetzausbau gibt es viele Projekte, die technisch sinnvoll und gesellschaftlich notwendig sind, sich aber betriebswirtschaftlich nicht rechnen. Genau hier setzen Förderprogramme an. Das bedeutet: Fördermittel sind das Bindeglied zwischen politischen Zielen und deren unternehmerischer Umsetzung. Wer Fördermittel strategisch nutzt, beschleunigt nicht nur die Energiewende, sondern stärkt auch das Eigenkapital und sichert die Wettbewerbsfähigkeit seines Unternehmens.

ne: Warum genau sollten Unternehmen Fördermittel verwenden?

Jäckel: Da gibt es viele unterschiedliche Gründe: Zum einen können Fördermittel den Eigenkapitalanteil für Projekte stärken und damit auch Glaubwürdigkeit am Kapitalmarkt erzeugen. Zum anderen lassen sich kostenintensive politisch bedingte Auflagen durch Fördergelder finanzieren, die das Projekt sonst weniger rentabel machen würden. Natürlich lassen sich in einigen Fällen auch kostspielige Innovationen durch Fördermittel finanzieren, die sonst nicht möglich wären. Insgesamt lässt sich durch diese weitere Geldquelle das unternehmerische Risiko bei Infrastrukturprojekten senken – zum Beispiel beim Netzausbau.

ne: Was sind die größten Herausforderungen für Ihre Kunden?

Jäckel: Einerseits fehlt in den Unternehmen häufig eine dezidierte Fördermittelstrategie, welche die Unternehmensstrategie unterstützt. Dadurch werden Potenziale verschenkt, denn Fördermittel werden zu spät identifiziert, so dass sie für aktuelle Projekte nicht mehr akquiriert werden können. Andererseits muss der Projektleiter in der Regel das Thema Fördermittel zusätzlich zu seinem eigentlichen Tagesgeschäft stemmen. Er ist hierfür meist weder ausgebildet, noch kann er das notwendige Zeitkontingent aufbringen. Dies hat zur Folge, dass viele Förderungen erst gar nicht akquiriert oder nur fehlerhaft beantragt werden, so dass negative Zuwendungsbescheide zu erwarten sind.

ne: Was müssen Unternehmen beachten, wenn sie Fördermittel zur Kofinanzierung Ihrer Projekte nutzen wollen?

Jäckel: Sie sollten ein zentrales Fördermittelmanagement aufbauen, das sich strategisch mit Fördergeldern beschäftigt, um sicherzustellen, dass passende Fördermittel frühzeitig identifiziert werden und die Förderanträge Aussicht auf Erfolg haben. Ein dezidiertes Fördermittelcontrolling muss Teil dieses Prozesses sein, um Tranchen korrekt abzurufen, falls sich Projekte verzögern.

ne: Was sind die fünf zentralen Schritte zum Aufbau eines Fördermittelmanagements?

Jäckel: Zuallererst gilt es, eine Fördermittelstrategie entlang der Unternehmensstrategie zu entwickeln. Dann müssen zentrale Aktivitäten für die Umsetzung der neuen Fördermittelstrategie identifiziert werden. Als nächstes sollten etwaige interne Systemanforderungen evaluiert werden. Dazu gehört es auch, Rollen und Verantwortlichkeiten zu definieren und zu verteilen. Mitarbeiter müssen dann bezogen auf ihre neue Verantwortung trainiert und gegebenenfalls durch externe Berater unterstützt werden. Zum Schluss dürfen die regelmäßigen Review-Prozesse nicht vergessen werden, um sicherzustellen, dass der neue zentrale Fördermittelprozess auch wirklich den gewünschten Return on Investment (ROI) erzielt.

Passende Termine

Kommentar verfassen

Kommentare werden vor der Freischaltung zunächst gesichtet. Das kann unter Umständen etwas Zeit in Anspruch nehmen.

*Pflichtfelder

Bitte berücksichtigen Sie vor dem Kommentieren unsere Community-Richtlinien und unsere Datenschutzerklärung.


Captcha Image
=
Anna M. Jäckel: seit 12 Jahren zertifizierte Fördermittelberaterin und seit 2017 Geschäftsführerin der Service Wirtschaftsförderung Jäckel & Rock.
Foto: Service Wirtschaftsförderung Jäckel & Rock
Zur Webseite des Anbieters
Termine
11.05.2026

12.05.2026 bis 13.05.2026
2026_webse-2x0,5t | Solarenergie - Betriebsführung

12.05.2026 bis 13.05.2026

13.05.2026
2026_webinar | Windenergie - Natur- & Artenschutz