Smart Energy

Digitalisierung auf der Niederspannungsebene: Warum die Energiewende eine smarte Steuerung der Verbräuche braucht

Die Energiewende verschiebt den Schwerpunkt des Stromsystems von zentraler Erzeugung hin zu Millionen dezentraler Energieträger. Für Netzbetreiber und Energieversorger bedeutet das: Ohne digitale Steuerbarkeit lassen sich Netzstabilität, Effizienz und Versorgungssicherheit künftig kaum sicherstellen.
22.06.2026 | 2 Min.
SPiNE in der Gründungsphase: Teile des Gründungsteams im Gespräch mit dena-Mitarbeitenden als Teil des dena-SET-Mentoring-Programms für StartUps.
SPiNE in der Gründungsphase: Teile des Gründungsteams im Gespräch mit dena-Mitarbeitenden als Teil des dena-SET-Mentoring-Programms für StartUps.
Foto: dena (2024)

Mit den jüngsten gesetzlichen Vorgaben (Paragraf 14a EnWG) zur netzdienlichen Steuerung oder der Pflicht der Lieferanten, dynamische Stromtarife anzubieten, hat der Gesetzgeber die Weichen gestellt. Die physische Infrastruktur dafür bildet der Smart‑Meter‑Rollout. Ende 2025 gab es laut Bundesnetzagentur rund drei Millionen intelligente Messsysteme im Feld, die in den folgenden Jahren exponentiell weiter anwachsen dürften.

Der Druck wächst: neue Regeln, steigende Komplexität

Die technische Herausforderung ist erheblich: Netzbetreiber und Messstellenbetreiber müssen eine Vielzahl dezentraler Komponenten sicher anbinden, überwachen und steuern können. Gleichzeitig benötigen Energieversorger marktfähige Wege, diese Flexibilität zu nutzen – etwa um Tarifmodelle oder Optimierungsdienste für Prosumer anzubieten.

Die neue Logik des Energiesystems

Der Markt bewegt sich damit von hardwarebasierten Einzellösungen hin zu plattformorientierten Softwaresystemen. Die Steuerung dezentraler Anlagen wird Teil der Digitalinfrastruktur – vergleichbar mit dem Wandel im Mobilfunk von der Leitung zur App.

Akteure der Energiewirtschaft suchen derzeit nach skalierbaren, interoperablen Lösungen, die die regulatorischen Anforderungen erfüllen und zugleich künftige Geschäftsmodelle ermöglichen: Lastverschiebung, variable Tarife, Speicherbewirtschaftung.

Nach Analysen von Brancheninitiativen wie Bitkom oder Dena liegt das Marktvolumen digitaler Steuer- und Energiemanagementsysteme in Deutschland bis 2030 bei deutlich über fünf Milliarden Euro. Wer hier mit offenen Schnittstellen und Software-Kompetenz unterwegs ist, prägt die nächste Phase der Energiewende.

SPiNE Energy: Software als verbindendes Rückgrat

Digitalisierung auf der Niederspannungsebene: Warum die Energiewende eine smarte Steuerung der Verbräuche braucht
Mitarbeitende des SPiNE-Produktteams beim Besuch eines Stadtwerks mit Austausch über das SPiNE-Netzwerkmanagement-System.
Genau an dieser Schnittstelle hat sich SPiNE Energy positioniert. Das Münchener Start‑up bietet eine softwarebasierte Applikationsplattform für die Smart‑Meter‑Infrastruktur. Vergleichbar mit einem App-Store für Energieanwendungen. Rollen wie Netz‑ und Messstellenbetreiber oder Energieversorger können über diese Plattform eigene Anwendungen integrieren, vom § 14a‑Management über Submetering bis hin zu Home‑Energy‑Management‑Systemen (HEMS).

Der Schlüssel liegt in der Offenheit: SPiNE ist hardware‑agnostisch, API‑zentriert und versteht sich als digitales Rückgrat, das Komplexität reduziert und Kooperationen erleichtert. Statt immer neuer Insel‑Lösungen entstehen so skalierbare Dienste entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ein infrastrukturelles Betriebssystem für die smarte Energiewelt.

 

 

Dieser Artikel entstand im Rahmen der Vorberichterstattung zum BEE-Sommerfest 2026. Mehr zum Startup SPiNE erfahren Sie im Porträt bei unserem Kooperationspartner energiezukunft.

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Foto: dena (2024)