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Länderreport

Dürre bedroht Milliarden-Geschäft: Der Panama-Kanal unter Klimadruck

Der Panama-Kanal ist eine der wichtigsten Handelsadern der Welt – doch Wassermangel setzt ihm massiv zu. Dürrephasen durch El Niño ließen die Durchfahrten um ein Drittel einbrechen. Nun soll ein umstrittener Stausee die Zukunft des Kanals sichern.
Von:  Jan Oliver Löfken
27.03.2026 | 2 Min.
Unter Druck: Rund fünf Prozent des Welthandels gehen durch den Panama-Kanal.
Unter Druck: Rund fünf Prozent des Welthandels gehen durch den Panama-Kanal.
Foto: Canal de Panamá

Mit 82 Kilometer Länge durchsticht der Panama-Kanal Mittelamerika an seiner schmalsten Stelle. Im vergangenen Jahr nutzten 13.404 Schiffe die Abkürzung zwischen Atlantik und Pazifik und transportierten zusammen rund 500 Millionen Tonnen an Fracht – rund fünf Prozent des Welthandels. Billig ist der Transit nicht, der den Seeweg um bis zu drei Wochen verkürzt: Je nach Größe eines Schiffs und Wert der Ladung verlangt die Kanalbehörde Pancanal – Autoridad del Canal de Panamá – 300.000 bis 1,3 Millionen Dollar. 

Diese Ausgaben rechnen sich für Reeder, die Zeit und Treibstoff einsparen – und für den Staat. „Letztes Jahr betrug unser Umsatz 5,9 Milliarden Dollar“, sagt Ilya Espino de Marotta, stellvertretende Direktorin von Pancanal. Die Hälfte davon floss an den Staat Panama und macht ungefähr zehn Prozent des Haushalts aus. Kein Wunder, dass Pancanal mit seinen 9000 Angestellten ein hohes Ansehen in Panama genießen und der sichere Kanalbetrieb rund um die Uhr an 365 Tagen von nationalem Interesse ist.

Panama-Kanal: Dürrephasen reduzieren die Zahl der Durchfahrten

Diese Aufgabe zu bewältigen, wird jedoch immer schwieriger. Eine durch das Klimaphänomen El Niño verursachte Dürrephase reduzierte die Durchfahrten und damit den Umsatz zwei Jahre lang um mehr als ein Drittel. Ladung musste reduziert werden, Wartezeiten verlängerten sich um bis zu drei Wochen. Wassermangel trifft den Kanal empfindlich, da ausschließlich Süßwasser aus dem beim Kanalbau (1904-1914) aufgestauten Gatun-See die Schleusenbecken füllt.

Über jeweils drei Stufen werden die Schiffe um 26 Meter über Meeresniveau gehoben und am Ende der Durchfahrt wieder gesenkt. Bis zu 200 Millionen Liter Wasser strömen pro Schiff – durch Schwerkraft getrieben – vom höher gelegenen Gatun-See in die Schleusenkammern und danach in den Ozean. Pumpen spielen keine nennenswerte Rolle. Immerhin halbieren die größeren, 2016 in Betrieb genommen Neopanamax-Schleusen den Wasserverbrauch durch neue Vorhaltebecken. 

Wegen Klimawandel: Weiterer Stausee in Panama geplant

Auch in Zukunft ist mit Dürrephasen durch den Klimawandel zu rechnen, deshalb wird derzeit ein weiterer Stausee am Rio Indio, westlich vom Gatun-See, geplant. Von diesem soll – ebenfalls nur durch den Höhenunterschied getrieben – zusätzliches Wasser durch eine unterirdische Pipeline in den Gatun-See fließen. Das Ziel: Immer genug Wasser für Schleusen und zwei Millionen Menschen, knapp der Hälfte der Bevölkerung Panamas. Der neue Stausee ist umstritten, denn für ihn müssen sowohl abertausende Wildtiere und einige Indigenen-Siedlungen weichen. Doch per Resolution der Regierung ist das Projekt von „großem nationalen Interesse“. Anfang der 2030er-Jahre soll der zusätzliche Stausee sein Wasser in den Panama-Kanal fließen lassen.

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