Windenergie: Pachten von bis zu 400.000 Euro pro Jahr und Windrad möglich
Wie viel Pacht er dafür bekommt, ist nicht bekannt. Was hingegen bekannt ist: Die Preise für Pachtflächen in deutschen Forsten sind explodiert. Eine jährliche Pacht zwischen 50.000 und 150.000 Euro pro Jahr sind keineswegs mehr ungewöhnlich. An windreichen Top-Standorten oder bei Anlagen der Fünf- bis Sechs-Megawatt-Klasse werden in der Spitze sogar bis zu 400.000 Euro pro Jahr und Windrad gezahlt.
Das findet die Bundesregierung allzu üppig. Sie will einen Pachtdeckel einführen, um die Gesamtkosten von Windprojekten zu senken. Nutzungsentgelte sollen laut Entwurf der EEG-Novelle insgesamt höchstens 2,5 bis 3,5 Prozent des jährlichen erzielbaren Stromertrags betragen, multipliziert mit dem anzulegenden Wert. Dabei umfasst diese Obergrenze, die 20 Jahre lang gelten soll, alle Entgelte im Umkreis von 2500 Metern um die Turmmitte.
„Die Pachten sinken bundesweit“
Der Bundesverband WindEnergie (BWE) findet den Gesetzesvorschlag nachvollziehbar, aber überflüssig: „Seit der durchgehenden Überzeichnung der Ausschreibungen der Windenergie an Land sinken die Pachten bundesweit.“ Viele Pachtverträge würden derzeit nachverhandelt – nach unten. Der Markt funktioniere und brauche keine Gesetze, die nur unnötigen Aufwand an Bürokratie mit sich brächten. „Der verfolgte Zweck einer Reduktion der EEG-Förderkosten wird verfehlt“, summiert der BWE, „eine praktische Umsetzbarkeit ist ausgeschlossen.“ Den Gesetzgeber scheint die Kritik nicht aufzuhalten. Bundestag und Bundesrat beraten aktuell den Entwurf der EEG-Novelle, um das Gesetz möglichst noch vor dem Jahresende zu verabschieden.