Bevor überhaupt ein Spatenstich möglich ist, muss die Fläche gesichert sein – und das dauert. Windverhältnisse, Sonneneinstrahlung und Flächenkonkurrenz sind dabei nur der Anfang. Entscheidend ist am Ende der Pachtvertrag: Läuft er weniger als 20 bis 30 Jahre, fehlt die Planungssicherheit, die Investoren und Banken verlangen.
Dazu kommen rechtliche Tücken. Windkraftanlagen im Außenbereich sind nach Paragraf 35 Baugesetzbuch (BauGB) privilegiert – klingt einfach, ist es aber nicht immer. Für Solarparks gelten je nach Bundesland andere Maßstäbe: Manche Flächen entlang von Autobahnen oder auf benachteiligten Böden sind förderfähig, andere nicht. Und je knapper das Agrarland wird, desto schärfer wird der Interessenkonflikt mit der Landwirtschaft.
Projektentwicklung: 120 Regionen, 120 Regelwerke
Wer eine Solar-Freiflächenanlage plant, durchläuft nach Paragraf 29 BauGB in der Regel ein Bauleitverfahren. Dabei wird geprüft, ob das Vorhaben mit der regionalen Raumordnung vereinbar ist. Klingt überschaubar – bis man sich vor Augen führt, dass es deutschlandweit 120 Planungsregionen gibt, die alle nach eigenen Kriterien urteilen.
Was anderswo kein Thema ist, kann hier zum Ausschlusskriterium werden. Der Regionalplan Leipzig-Westsachsen untersagt beispielsweise Solaranlagen in sogenannten Kaltluftentstehungsgebieten – eine Regelung, die bundesweit kaum eine andere Region kennt, obwohl Umweltberichte dafür selten einen Beleg liefern. Anderswo schützt der Plan Rotmilan-Reviere oder Weinbauflächen. Wer in mehreren Regionen gleichzeitig entwickelt, braucht deshalb nicht nur Ortskenntnis, sondern vor allem Geduld.
Netzanschluss als Bremsklotz für Erneuerbaren-Projekte
Kein Netzanschluss, kein Projekt – so einfach ist die Logik. Ohne verbindliche Zusage des zuständigen Netzbetreibers springt weder ein Investor an noch kommt ein Finanzierungsvertrag zustande. Dabei wäre das Mittelspannungsnetz mit seinen 530.000 Kilometern für die meisten Freiflächen-PV- und Speicherprojekte die naheliegendste und günstigste Anschlussoption.
Das Problem: Wer wissen will, wo genau diese Infrastruktur verläuft, stößt schnell an Grenzen. Netzbetreiber geben kaum Auskunft – der Verweis auf den Schutz kritischer Infrastruktur macht die Anfrage meist gegenstandslos. Projektentwickler müssen Anschlusspunkte und Kosten deshalb oft blind einschätzen oder mit erheblichem Rechercheaufwand annähern. Frei zugängliche Karten wie OpenStreetMap helfen kaum weiter: Leitungen, die unterirdisch verlaufen, fehlen dort größtenteils oder sind fehlerhaft erfasst. Dabei wäre es möglich: Das zeigen Länder wie Frankreich und Polen, wo Netzbetreiber detaillierte Netzkarten öffentlich bereitstellen. In Deutschland bleibt das bislang die Ausnahme.
Frühzeitige Datenverfügbarkeit als Schlüssel
Von der Netzengpasskarte bis zum Flächennutzungskonflikt: Wer diese Informationen früh und transparent zugänglich macht, schafft die Grundlage für eine schnellere und verlässlichere Projektentwicklung. Das ist keine Komfortfrage – sondern das entscheidende Werkzeug für den konsequenten Ausbau der Erneuerbaren.
Genau hier setzt das Berliner Start-up dvlp.energy an. Die gleichnamige Plattform bündelt alle zentralen Planungsschritte in einer Anwendung: von der Flächensuche über die Netzanschlussanalyse bis zur Teamkollaboration. Kernstück ist eine Weißflächenkartierung, mit der Nutzer geeignete Flächen anhand selbst definierter Kriterien suchen können – etwa Mindestgröße, maximale Entfernung zu einem Umspannwerk und Ausschluss von Schutzgebieten. Eigentümerdaten lassen sich laut Anbieter deutschlandweit mit wenigen Klicks abrufen.
Für die Netzanschlussprüfung stellt das Tool verschiedene Datenebenen zur Mittel-, Hoch- und Höchstspannung bereit – inklusive Engpassleitungen, kapazitätslimitierte Bereiche und Netzausbaustand. Das soll die Intransparenz ausgleichen, die Netzbetreiber mit Verweis auf den Schutz kritischer Infrastruktur aufrechterhalten. Auch die Herausforderung der unterschiedlichen Planungsregionen adressiert dvlp.energy: Ein automatisch generierter Prüfbericht fasst baurechtliche Restriktionen und Vorgaben für den jeweiligen Standort zusammen. Einen kostenfreien Testzugang gibt es nach einer Demo-Anfrage auf der Website.
Dieser Artikel entstand im Rahmen der Vorberichterstattung zum BEE-Sommerfest 2026. Mehr zum Startup dvlp.energy erfahren Sie bei unserem Kooperationspartner energiezukunft.