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Energiewende in Zahlen: Mehr grüne Energie, weniger CO₂

Erneuerbare Energien haben im vergangenen Jahr über 265 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart. Gleichzeitig steigen Ausbau, Investitionen und Nutzung der Erneuerbaren in fast allen Bereichen. Während Erneuerbare im Stromsektor stabil zulegen, müssen zwei Sektoren schneller aufholen.
15.04.2026 | 4 Min. | 1
Wächst weiter: Der Anteil der Erneuerbaren am Energiemix in Deutschland nimmt kontinuierlich zu.
Wächst weiter: Der Anteil der Erneuerbaren am Energiemix in Deutschland nimmt kontinuierlich zu.
Foto: AdobeStock

Jedes Jahr schaut die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) am Umweltbundesamt auf die Entwicklung des deutschen Energiemixes – über alle Sektoren hinweg. Jetzt sind die Zahlen für 2025 veröffentlicht. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat die AGEE-Stat die Nutzung der erneuerbaren Energien in Deutschland bilanziert und kommt zu dem Ergebnis: In allen Bereichen gab es im vergangenen Jahr eine Steigerung – vom Anteil der Erneuerbaren an der Energieerzeugung über die Einsparungen von CO2 bis zu den Investitionen in Erneuerbaren-Anlagen.

Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch steigt nahezu kontinuierlich 

Seit 2000 steigt der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland. So auch 2025: Die Erneuerbaren lieferten 290 Terawattstunden (TWh) Strom und übernahmen damit 55,1 Prozent der Stromproduktion hierzulande. In 2024 waren es noch 54,4 Prozent. Grund für den weiteren Anstieg war der anhaltend hohe Zubau neuer Solaranlagen. Solarstrom federte damit die zurückgegangene Stromerzeugung durch Windenergieanlagen und Wasserkraftwerke ab, die aufgrund ungünstiger Witterung weniger Strom erzeugen konnten als die Jahre zuvor. Dennoch setzt sich der positive Trend fort: Die erneuerbaren Energien stellen erneut deutlich mehr als die Hälfte des inländischen Stroms bereit.

Erneuerbare im Wärmesektor nehmen zu

Trotz der Diskussionen um das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) – zuvor Gebäudeenergiegesetz (GEG) – und der zweifelhaften Darstellung fossiler Heizträger wie Erdgas oder Öl als adäquate Heizlösung nimmt der Anteil Erneuerbarer am Endenergieverbrauch für die Wärmeerzeugung zu. So stieg dieser Anteil 2025 auf 19 Prozent – und betrug 210 TWh. Im Vergleich zu 2024 wurden vergangenes Jahr somit gut sechs Prozent mehr grüne Wärme erzeugt. Dabei nahmen sowohl die Wärmeerzeugung aus Biomasse als auch die mittels Wärmepumpen nutzbar gemachte Umwelt- und Erdwärme deutlich zu.

Anteil der Erneuerbaren im Verkehrssektor steigt auf niedrigem Niveau

Der Verkehrssektor blieb auch 2025 der Bereich mit der geringsten Verbreitung erneuerbarer Energien. Insgesamt stieg ihr Anteil am Endenergieverbrauch im Verkehr von 7,4 Prozent im Vorjahr auf acht Prozent. Der genauere Blick auf die Antriebsarten zeigt, dass der Einsatz von Biokraftstoffen um neun Prozent zunahm. Der Anteil von erneuerbarem Strom als Antrieb stieg 2025 um immerhin zwölf Prozent im Vergleich zu 2024. Ein Treiber dabei: die Neuzulassungen von E-Autos in Deutschland. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden im vergangenen Jahr 545.142 E-Fahrzeuge neu zugelassen – 43,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit kamen so viele E-Autos wie nie zuvor neu auf die deutschen Straßen. Der Marktanteil von E-Fahrzeugen am Gesamtmarkt liegt damit bei 19,1 Prozent.

Erneuerbaren-Anteil am Bruttoendenergieverbrauch steigt nur langsam

Der Bruttoendenergieverbrauch umfasst den Einsatz von Energie über alle Sektoren hinweg: Stromproduktion, Wärmeerzeugung und Verkehrsbereich. In diesem Gesamtbild dominieren noch immer fossile Energien, insbesondere fossile Heizenergieträger und fossile Kraftstoffe für Fahrzeuge. Aufgrund dieser Dominanz kann der stak steigende Beitrag der Erneuerbaren in der Stromerzeugung den Gesamtschnitt nur leicht anheben. So deckten erneuerbare Energien 2025 insgesamt 23,8 Prozent des deutschen Bruttoendenergieverbrauchs. Im Jahr 2024 lag dieser Anteil noch bei 22,5 Prozent.

Dieser Anstieg der Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch wird ermöglicht durch die anhaltend hohen Investitionen in Erneuerbaren-Anlagen. In Deutschland wurden 2025 37,6 Milliarden Euro in die Errichtung neuer Erneuerbare-Energien-Anlagen investiert. In den Betrieb bestehender Anlagen flossen im vergangenen Jahr Investitionen in Höhe von 22,9 Milliarden Euro. Das zeigt: Die deutsche Erneuerbaren-Branche ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, der attraktiv für Investoren ist.

Erneuerbare Energien vermeiden 265 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen 

Das Bundesumweltamt hat sich darüber hinaus auch mit dem Einsparpotenzial von CO2 durch die Erneuerbaren beschäftigt. Denn: Je mehr erneuerbare Energien in Deutschland genutzt werden und je mehr fossile Energieträger sie dadurch verdrängen, desto weniger Treibhausgasemissionen und Luftschadstoffe entstehen hierzulande. Erneuerbare konnten 2025 mehr als 265 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen. Das sind rund fünf Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr.

Auch die Einsparung von fossilen Energieträgern durch die Nutzung erneuerbarer Energien berechnet das Umweltbundesamt. So konnten die Erneuerbaren 2024 folgende Mengen fossiler Energiestoffe beim Primärenergieeinsatz in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr einsparen:

  • 38 Millionen Tonnen Braunkohle
  • 57 Millionen Tonnen Steinkohle
  • 21 Milliarden Kubikmeter Erdgas
  • 6 Milliarden Liter Heizöl
  • 2,7 Milliarden Liter Diesel
  • 1,9 Milliarden Liter Benzin

 

Diese Einsparung von fossilen Energieträgern in Deutschland ist über die vergangenen Jahre hinweg kontinuierlich gestiegen. Da viele Rohstoffe, wie Mineralöl, Erdgas und Steinkohle, zu einem signifikanten Teil importiert werden müssen, senken die Gesamteinsparungen durch die Zunahme von erneuerbaren Energien gleichzeitig die deutschen Energieimporte.

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Kommentare (1)

In der gegenwärtigen Übergangszeit zu den Erneuerbaren unterliegt eine vergleichende Betrachtung mit fossilen Energiequellen auf der Basis von Begriffen wie Endenergie und Primärenergie, die in der fossilen Zeit entstanden sind, der Gefahr der Verzerrung insbesondere im Wärmesektor und im Verkehrssektor, und zwar vermutlich zum Nachteil der Erneuerbaren.
Endenergie ist per Definition die für einen Prozess unmittelbar eingesetzte Energie.
Beim Verbrenner ist das Kraftstoff, beim E-Auto Strom. Der Energiebedarf eines E-Autos liegt bei weniger als einem Drittel des entsprechenden Verbrennerbedarfes. Demzufolge wird das E-Auto mit seinem Anteil am Endenergieverbrauch im Verkehrssektor noch für lange kümmerlich dastehen. Wenn hingegen der Anteil der Verkehrsleistung (gefahrende km, Personen-km, Tonnen-km) am Endenergieverbrauch im Verkehrssektor betrachtet wird, dürfte die Zeitreihe wesentlich steiler verlaufen.
Analog ist es im Wärmesektor, wo eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde erneuerbarem Strom 3-4 Kilowattstunden Nutzwärme macht. Wird hier die beheizte Fläche bzw. der umbaute Raum ins Verhältnis zum Endenergieeinsatz gesetzt, sieht es auch schon sehr viel ermutigender aus.

16.04.2026 - 18:11 | Martin Paproth

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