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Australien: Energiewende „Down Under“

Australien belegt im weltenweiten Vergleich Spitzenplätze beim Uranabbau, dem Kohleexport und dem Pro-Kopf-Energieverbrauch. Mit der Energiewende tut sich das Land dagegen schwer. Die derzeit heiß diskutierte Einführung einer CO2-Steuer könnte das ändern. Ab Juli dieses Jahres sollen die 500 größten Emittenten aus den Bereichen Energieversorgung, Bergbau, Industrie und Transport 23 australische Dollar pro verursachter Tonne Kohlendioxid bezahlen. Aus den üppigen Einnahmen sollen allein zehn Milliarden in die Förderung von sauberen Technologien gesteckt werden.
Von:  Fabian Zuber
21.01.2013 | Aktualisierung: 21.01.2013 | 2 Min.

Die Grüne Partei Australiens spielte bei der Gesetzesinitiative eine Schlüsselrolle. Als Mehrheitsbeschafferin für die labourgeführte Regierung hatte sie eine progressivere Klima- und Energiepolitik zur Bedingung für ihre Unterstützung bei der Wahl von Premierministerin Julia Gillard gemacht.

Als “historische Gelegenheit für Australien, den Ausbau Erneuerbarer Energien entscheidend zu beschleunigen“ feiert der Clean Energy Council (CEC) die Carbon Tax. Bis Ende 2011 war der Anteil erneuerbaren Stroms bereits auf 9,6 Prozent angestiegen, wie der Branchenverband im aktuellen Jahresbericht vermeldet. Die nun beschlossene Beschleunigung stößt jedoch auf massiven Widerstand und Gegeninitiativen. In vielen, meist von Rupert Murdoch kontrollierten Medien, wurde das Projekt systematisch schlechtgeredet, wie das Australian Centre for Independent Journalism (ACIJ) in einer Untersuchung festgestellt hat. Und die konservative Opposition hat angekündigt, das Gesetz zurückzunehmen, sollte sie die Wahl 2013 gewinnen.

Mal nicht Letzter sein

Premierministerin Gillard begründet ihre Politik auch mit der internationalen Rolle Australiens. Sie fordere zwar nicht, dass ihr Land in Klimafragen weltweit eine führende Rolle übernehmen solle, zitierte sie jüngst die Zeitung The Australian. Allerdings könne es sich das Land auch nicht leisten, zurückzubleiben. Das Gesetz bietet zumindest eine gute Chance, im internationalen Vergleich beim Ausbau der Erneuerbaren Energien einen besseren Platz zu belegen als „down under“. Aufgrund des Widerstands aus Teilen der Gesellschaft ist es alles andere als sicher, dass sich die Linie der aktuellen Regierung durchsetzt: Konsens zur Energiewende sieht jedenfalls anders aus.

Profitiert Myanmar vom deutschen EEG?

Ein kleines Funkeln der erneuerbaren Energiewende findet man dann aber doch. Zwischen Fernsehern und Kühlschränken bieten Elektrohändler seit Neuestem chinesische Photovoltaikmodule an. Dick- und Dünnschicht in verschiedenen Größen werden hier zusammen mit Batteriesystemen ab umgerechnet 50 EUR verkauft. Vor einigen Jahren fragte eine Photon-Studie anlässlich der Kapazitätssteigerungen bei der PV-Produktion: „Where Will All The Volume Go?“. In Myanmar findet sich eine kleine Antwort darauf – sicherlich auch Dank der deutschen Energiewende und damit erreichten Kostenreduktion. Wenn Rösler und Röttgen ihre aktuellen Kürzungspläne bei der Photovoltaik noch korrigieren, könnten in Zukunft vielleicht auch Module aus deutscher Produktion Bambushütten in Myanmar beleuchten.

 

Reiseblog: Energiewende weltweit?

Wenn in Deutschland über die Energiewende gestritten wird, sind es häufig globale Herausforderungen, die als Argumente für den Ausbau der erneuerbaren Energien herangezogen werden. Aber lösen die kollektiven Bedrohungen vom Klimawandel über Fukushima und die Ressourcenknappheit in anderen Ländern einen vergleichbaren energiewirtschaftlichen Schwenk aus? Auf die Suche nach den argumentativen Triebfedern und Blockaden beim weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien reist Fabian Zuber durch eine Reihe von Ländern rund um den Globus.

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