ENERGIEDIALOG 2026 - Der energiepolitische Jahresauftakt am 20.01.2026
Dossier: Karriere

Ausbildung in den Erneuerbaren: „Lasst uns mitreden“

Ob der Wunsch nach einer sinnstiftenden Tätigkeit oder Sorgen um die eigene Existenz – die Beweggründe, sich mit der Energiewende zu beschäftigen, sind vielfältig, generationsübergreifend und überregional. Doch viele fühlen sich oft nicht mitgenommen. Hier kommt Arbeitgebern eine wichtige Transferfunktion zu.
21.08.2025 | 3 Min.
Erschienen in: Dossier: Karriere
Frischer Wind: Nachwuchstalente bringen neue Perspektiven in die Energiebranche.
Frischer Wind: Nachwuchstalente bringen neue Perspektiven in die Energiebranche.
Fotos: Adobe Stock

Die ökologische Transformation zieht nicht nur Bahnen im öffentlichen Diskurs und in wirtschaftlichen Branchen, sondern auch in privaten und semiprivaten Bereichen wie der Wohnung oder der Familie. Wenn sich der Arbeitsmarkt wandelt, Jobs wegfallen oder neu entstehen, verändert sich auch die Realität der Beschäftigten, was sich auf ihr Privatleben auswirkt. Menschen sind mitunter gezwungen, einen neuen Job zu finden und dafür den Wohnort zu wechseln.

Dadurch entstehen Zukunftsängste, aber auch der Wunsch nach einer sozial gerechten Transformation. Zwar hält mehr als die Hälfte der Bevölkerung den Umwelt- und Klimaschutz derzeit noch für sehr wichtig, aber das ändert sich gerade, wie es in der Umweltbewusstseinsstudie 2025 des Umweltbundesamts heißt. Die neue energie berichtete. Gründe hierfür seien wachsende Frustration über politische Ohnmacht, soziale Ungleichheit und unklare Perspektiven.

Digitalisierung

Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt, den Fokus stärker auf die digitalisierte Zukunft der Arbeit zu legen.

Dass Menschen, insbesondere junge Leute, dennoch etwas bewegen möchten, zeigte sich bei der Zukunftsakademie in der Lausitz Anfang Juni. Bei dem Bildungsangebot des Qualifizierungsverbunds in der Lausitz für Erneuerbare Energien (QLEE) diskutierten 18- bis 28-Jährige aus ganz Deutschland mit Politikerinnen und Politikern über die Zukunftsaussichten der Region und lernten die erneuerbaren Energien kennen. Auszubildende, Studierende und junge Erwachsene im Freiwilligen Ökologischen Jahr hatten unterschiedliche Gründe für ihre Teilnahme: Viele wollten die Berufsfelder der Zukunft kennenlernen und neues Wissen erlangen – auch um sich auf ein Berufsleben mit sinnstiftender Tätigkeit vorzubereiten. Ungerechtigkeit, aber auch Existenzsorgen und die Befürchtung, dass Arbeitsplätze wegfallen könnten, spielten in unterschiedlichem Maße mit. Deutlich wurde auch, dass sich die Teilnehmenden mehr Mitsprache- und Informationsmöglichkeiten wünschen. Die Motivation, etwas verändern zu wollen, ist überregional vorhanden. Die Lausitz steht stellvertretend für die Frage, wie Energiewende sozial gerecht erfolgen kann.

Zu einer sozial gerechten Transformation gehören auch Bildungsangebote. Neben der Politik spielt der Arbeitgeber eine wichtige Rolle. Wie eine repräsentative Befragung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) aus dem Jahr 2024 zeigt, erwarten rund 57 Prozent der befragten Erwerbstätigen, dass sie zukünftig neue arbeitsrelevante Fähigkeiten erwerben müssen. Etwa 59 Prozent von ihnen möchten mehr Informationen zu Weiterbildungen und Umschulungen von ihrem Arbeitgeber erhalten. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) wünschen sich, dass die Weiterbildungen innerhalb der Arbeitszeit stattfinden. Vor allem Jüngere gehen davon aus, dass sie ihren Arbeitsplatz, ihren Beruf oder ihren Wohnort eventuell wechseln müssen. Zudem rechnen 42 Prozent der Befragten damit, dass ihre Fähigkeiten zukünftig stärker gefragt sein werden. Laut RWI könne dies daran liegen, dass sie Bildungsmaßnahmen für nicht notwendig halten oder ihnen konkrete Angebote fehlen. 

Bereits 2023 wies die Bertelsmann Stiftung darauf hin, dass Jugendliche noch stärker für eine Ausbildung motiviert und ihnen Kontakte zu Betrieben ermöglicht werden müssten. Um die Ausbildung wieder attraktiver zu gestalten, empfiehlt die Studie, den Fokus stärker auf die digitalisierte Zukunft der Arbeit zu legen, beispielsweise mit digitaler Ausstattung sowie didaktischen und technischen Schulungen des Ausbildungspersonals und gezielten Beratungsangeboten. Auch wenn die Beschäftigungseffekte grundsätzlich positiv seien, dürften sie nicht als selbstverständlich betrachtet werden. In der sozial-ökologischen Transformation werden laut Studie durchaus Jobs wegfallen, etwa in der Automobilindustrie. Doch zugleich entstehen neue Arbeitsplätze, insbesondere in Schlüsselbereichen, in denen es bereits jetzt einen Fachkräftebedarf gibt.

Ein Grund mehr für Unternehmen, den Transferprozess mit Schulungen und zukunftsorientierten Ausbildungen zu fördern. Zum ökologischen Transformationsprozess gehört auch, die Beschäftigten und jungen Menschen in der Arbeitswelt mitzunehmen und möglichen Existenzsorgen entgegenzuwirken.

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