Die Herausforderung für Betreiber von Solar- und Windkraftanlagen lässt sich an einer Zahl festmachen: den Stunden mit negativen Börsenpreisen am SpotmarktBörsenhandel, bei dem das eingekaufte Produkt (z.B. Strom) kurzfristig geliefert wird. Gegenstück ist der Terminmarkt für Lieferungen in der Zukunft.Börsenhandel, bei dem das eingekaufte Produkt (z.B. Strom) kurzfristig geliefert wird. Gegenstück ist der Terminmarkt für Lieferungen in der Zukunft.. Im Mai überschritt diese Zahl erstmals in einem Monat die Marke von 100 Stunden. Am Ende kamen 129 Stunden mit negativen Dayahead-Preisen zusammen. Bereits im April war der mittlere Marktwert der Kilowattstunde Solarstrom auf 3,0 Cent gesunken. Der Wert des Solarstroms – Capture Rate genannt – lag damit im Mittel bei nur noch 39 Prozent dessen, was Strom durchschnittlich im Großhandel kostet.
In Stunden mit Negativpreisen haben Betreiber drei Möglichkeiten: Sie können die Anlage abschalten, sie können den Strom speichern oder ihn selbst nutzen. Abschalten ist immer die schlechteste, speichern die beste Variante. Allgemein gilt: „Eigenverbrauch wird wichtiger“, wie die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie jüngst verkündete – gerade wenn es an Speichermöglichkeiten mangelt.
Dynamische Stromtarife
Wie lässt sich der Eigenverbrauch besser regeln? Im Rahmen des Gebäudemanagements kann etwa der Betrieb von Klimaanlagen durch Preissignale optimiert werden – dieses Konzept bietet sich etwa für Handelsketten mit zahlreichen Filialen an. In Privathaushalten können Wärmepumpen oder Wall boxen bevorzugt dann Strom ziehen, wenn er günstig verfügbar ist oder vom eigenen Dach kommt. Viele Verbraucher werden über diesen billigeren Strom kaum nachdenken, denn ihre Stromtarife gelten 24 Stunden am Tag. Das könnte sich bald ändern, denn dynamische Stromtarife gewinnen auf dem Markt an Bedeutung. Irgendwann für Verbraucher, für Unternehmen schon heute.
Die Flexibilisierung des Stromverbrauchs war daher ein großes Thema auf der Fachmesse EM-Power in München. Dort stellte zum Beispiel das Startup Spine eine Softwareplattform vor, die lokal im Zählerschrank auf einer Steuerbox läuft. Sie ermöglicht eine netzdienliche und marktorientierte Steuerung von Verbrauchern. Das französische Softwareunternehmen Tilt Energy hat unterdessen eine KI-gestützte Managementplattform entwickelt, die präzise Nachfrage- und Angebotsprognosen erstellt und damit die Erlöse der Kunden optimiert. Speziell die Betreiber von Batteriespeichern, Photovoltaik-, Wasserkraft- und Windkraftanlagen spricht der Aggregator Bohr Energie an. Auch der Dienstleister optimiert die Produktion auf Basis der Marktsignale. Durch das Fernmanagement der Anlagen, verspricht die französische Firma, vermeide man auch Verluste im Zusammenhang mit Negativpreisen.

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