Der Fachkräftemangel in der Erneuerbaren-Branche stellt Unternehmen in Deutschland vor gravierende Probleme. Laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags könnten bis 2035 rund 560 000 Fachkräfte für den Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserstofftechnik fehlen. Um die Lücke zu schließen, wird es immer wichtiger, qualifiziertes Personal aus dem Ausland anzuwerben.
Das Recruiting ist freilich kein Selbstläufer, denn in Europa herrscht ebenfalls hoher Bedarf an Fachkräften im Bereich der erneuerbaren Energien. So rechnet die europäische Solarbranche bis 2027 mit insgesamt 1,2 Millionen zu besetzenden Vollzeitstellen, vor allem für Montage, Planung und Elektrotechnik. Für Deutschland wird in diesem Marktsegment eine Verdopplung auf mehr als 210 000 Stellen prognostiziert. In anderen EU-Ländern ist die Situation ähnlich: Polen etwa hatte 2022 knapp 147 000 Vollzeitarbeitsplätze in der Solarbranche, Spanien rund 103 000. In Spanien sind derzeit rund 10 000 Stellen in Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik unbesetzt.
Für deutsche Unternehmen sind vor allem folgende Länder für das Anwerben von Fachkräften interessant:
- Portugal: Mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien und ambitionierten Zielen bis 2045 bietet Portugal viele qualifizierte Fachkräfte, insbesondere im Bereich der Solarenergie.
- Spanien: Trotz eigener Herausforderungen verfügt Spanien über gut ausgebildete Fachkräfte in technischen Berufen sowie der Erneuerbare-Energien-Branche.
- Schweden: Als Vorreiter bei der Nutzung erneuerbarer Energien hat Schweden einen hohen Anteil an Fachkräften mit Erfahrung in Wasserkraft, Windenergie und Biokraftstoffen.
Maßnahmen zur erfolgreichen Anwerbung
Um Fachkräfte aus dem Ausland erfolgreich anzuwerben, sollten Unternehmen folgende Schritte in Betracht ziehen:
Anerkennung von Qualifikationen: Vereinfachung und Beschleunigung der Anerkennungsverfahren für ausländische Abschlüsse.
Sprach- und Integrationsprogramme: Angebot von Sprachkursen und Unterstützung bei der Integration in Deutschland.
Internationale Rekrutierungskampagnen: Gezielte Werbung in den Herkunftsländern, um auf offene Stellen aufmerksam zu machen.
Kooperation mit Bildungseinrichtungen: Zusammenarbeit mit Hochschulen und Ausbildungszentren im Ausland, um Talente frühzeitig zu erkennen.
Chancen und Herausforderungen bei der Anwerbung ausländischer Fachkräfte
+ Zugang zu einem größeren Talentpool
+ Diversifizierung der Belegschaft
+ Internationale Erfahrungen und Perspektiven
+ Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
- Komplexe Anerkennungsverfahren
- Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede
- Integration in bestehende Teams
- Bürokratische Hürden bei Visums und Arbeitsgenehmigungen
Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung (ZSBA): www.anerkennung-in-deutschland.de
Enterprise Europe Network (EEN): www.een-deutschland.de
Netzwerk Integration durch Qualifizierung: www.netzwerk-iq.de
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV): www.zav.de und www.make-it-in-germany.com
EURES – European Employment Services: www.eures.europa.eu
Welcome Center (in vielen Bundesländern)

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