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VW-Halbjahresbilanz

Rekordzahlen trotz Diesel-Skandal

VW hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2018 deutlich gesteigert. Im zweiten Halbjahr dürfte es wegen strengerer Abgastests für den Konzern schwieriger werden. Technische Nachrüstungen für dreckige Diesel lehnt die VW-Spitze aber weiterhin ab.
Von:  Michael Hahn
03.08.2018 | Aktualisierung: 17.08.2018 | 2 Min.

Trotz Diesel-Skandal konnte der Autobauer Volkswagen im ersten Halbjahr 2018 ein Rekordergebnis verzeichnen. Wie das Unternehmen mitteilte, lag der Umsatz von Januar bis Juni bei 42,7 Milliarden Euro – acht Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2017. Auch bei den ausgelieferten Fahrzeugen habe man mit 3,12 Millionen einen „neuen Spitzenwert erreicht“. Für die Aufarbeitung der Dieselkrise musste der Konzern 1,6 Milliarden Euro zahlen.

Mittlerweile seien hierzulande fast 2,2 Millionen Diesel umgerüstet worden, sagte Konzernchef Herbert Diess. Allerdings wurden die Fahrzeuge nur mit besserer Abgas-Software ausgestattet. Eine technische Nachrüstung lehnt Diess Medienberichten zufolge nach wie vor als „unsinnig“ ab. Auch die Bundesregierung konnte sich bisher nicht auf entsprechende Strafmaßnahmen einigen.

Das stößt ziemlich genau ein Jahr nach dem sogenannten Diesel-Gipfel am 2. August 2017 auf scharfe Kritik. „Es ist unfassbar, dass die Bundesregierung tatenlos zusieht, wie Volkswagen den nächsten Rekordgewinn in Milliardenhöhe einstreicht und sich weiter dagegen sperrt, die Autos der getäuschten Dieselkäufer auf Konzernkosten nachzurüsten. Die Autofirmen, die betrogen haben, müssen dafür auch die finanzielle Verantwortung übernehmen“, kommentierte Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Probleme mit neuen Abgastests

Große Probleme könnte es bei VW in der zweiten Jahreshälfte hingegen wegen der Umstellung auf das neue Abgas-Prüfverfahren WLTP geben, das ab September gilt. Aufgrund des erhöhten Prüfaufwands könne es laut VW-Chef Diess zu Engpässen bei einigen Modellen und zu Schließtagen in einzelnen Werken kommen. Insgesamt spricht VW von bis zu 250 0000 Fahrzeugen, die erst später gebaut und verkauft werden könnten.

Für die Zukunft und die Umstellung auf E-Mobilität sieht Diess sein Unternehmen dennoch gut aufgestellt. „Bis 2020 kommen konzernweit 50 neue elektrifizierte Modelle auf den Markt“, sagte der Manager. Auch am „Schlüsselthema Batterie“ würde gearbeitet. Perspektivisch setze VW auf Feststoffbatterien und plane deren industrielle Fertigung.

Pläne des VW-Konzerns zur Elektromobilität sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Bereits 2010 erklärte der damalige Chef Martin Winterkorn: „Ziel ist die Marktführerschaft in der E-Mobilität bis 2018“.

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