E-Methanol

Grünes Methanol aus Dänemark

Ein Meilenstein für die emissionsarme Schifffahrt und Industrie: In Apenrade hat die weltweit erste kommerzielle E-Methanol-Anlage den Betrieb aufgenommen. Potenzielle Abnehmer für den grünen Sprit suchen die Dänen auch in Deutschland.
Von:  Meike Naber
15.07.2025 | 2 Min.
Erschienen in: Ausgabe 06/2025
In Kassø hat das dänische Energieunternehmen European Energy zusammen mit dem japanischen Partner Mitsui die erste industrielle E-Methanol-Anlage in Betrieb genommen.
In Kassø hat das dänische Energieunternehmen European Energy zusammen mit dem japanischen Partner Mitsui die erste industrielle E-Methanol-Anlage in Betrieb genommen.
Foto: European Energy A/S

Kassø, ein unscheinbarer Ort nahe der deutschdänischen Grenze, ist seit Mitte Mai Schauplatz einer Weltpremiere: Dort hat das dänische Energieunternehmen European Energy zusammen mit dem japanischen Partner Mitsui die erste industrielle E-Methanol-Anlage in Betrieb genommen.

Mit einer Produktionskapazität von bis zu 42 000 Tonnen pro Jahr setzt die Anlage neue Maßstäbe – sowohl technisch als auch symbolisch. Denn die Nachfrage ist groß: Erste Kunden sind Maersk, Lego und Novo Nordisk – drei Industriegrößen aus Dänemark, die sich frühzeitig E-Methanol-Kontingente gesichert haben.

Der aus grünem Wasserstoff und biogenem CO2 hergestellte Sprit gilt als vielversprechender Energieträger der Zukunft – vor allem für die Schifffahrt, wo Alternativen zu Schweröl bislang rar sind. Die Anlage in Apenrade nutzt die sogenannte Power-to-X-Technik, bei der Strom aus erneuerbaren Quellen – in diesem Fall aus dem benachbarten Solarpark Kassø, dem größten in Nordeuropa – zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe genutzt wird.

Die erste industrielle Charge E-Methanol wird unter anderem für das Containerschiff „Laura Maersk“ genutzt – einem der ersten mit Methanol betriebenen Handelsschiffen. Doch das Potenzial reicht weit darüber hinaus. In der chemischen Industrie kann Methanol fossil gewonnene Grundstoffe ersetzen, etwa in der Herstellung von Kunststoffen. Auch synthetische Kraftstoffe für den Straßen- oder Luftverkehr sind langfristig denkbar.

Die Hoffnung der Betreiber: Mit der Anlage ein Zeichen zu setzen und die Technologie in weitere Märkte zu exportieren – auch nach Deutschland. Denn die Bundesrepublik hat zwar ehrgeizige Power-to-X-Ziele, hinkt beim Hochlauf der Infrastruktur aber hinterher.

Die Eröffnung der Kassø-Anlage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatte über synthetische Kraftstoffe an Fahrt aufnimmt – nicht zuletzt wegen der Klimaziele für schwer elektrifizierbare Sektoren. Kritiker mahnen gleichwohl: Solche Projekte brauchen langfristige politische Absicherung, klare Zertifizierungen und faire Wettbewerbsbedingungen. Der EU-Binnenmarkt für E-Methanol entsteht gerade erst. Dennoch ist die Anlage in Kassø ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was technisch möglich ist – wenn Wille, Kapital und politischer Rückhalt zusammenkommen.

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