Netzspeicher

Grid Booster: Amprion will mit Batteriespeicher das Stromnetz entlasten

Mit dezentralen Netzspeichern will Amprion Engpässe im Übertragungsnetz reduzieren und mehr erneuerbaren Strom von Nord nach Süd transportieren. Fünf große Batteriespeicher in Bayerisch-Schwaben sollen das Stromnetz flexibler und kostengünstiger machen.
06.02.2026 | 1 Min.
Erschienen in: Ausgabe 02/2026
Netzentlaster: Grid Booster als Netzspeicher stabilisieren das Stromnetz, erlauben seine bessere Auslastung und senken zudem die Kosten für Redispatch-Maßnahmen.
Netzentlaster: Grid Booster als Netzspeicher stabilisieren das Stromnetz, erlauben seine bessere Auslastung und senken zudem die Kosten für Redispatch-Maßnahmen.
Foto: dizfoto1973, Adobe Stock

Wie lassen sich Engpässe und Überlastungen im Stromnetz vermeiden? Amprion verteilt Netzspeicher mit einer Leistung von jeweils 50 Megawatt auf fünf wichtige Netzknotenpunkte in Bayerisch-Schwaben. Durch die sogenannten Grid Booster will der Übertragungsnetzbetreiber mehr erneuerbaren Strom aus den Wind- und Solarparks im Norden Deutschlands in den Süden transportieren und zugleich vermeiden, Erneuerbare-Energie-Anlagen unnötig zu drosseln.

Dezentrale Netzbooster sollen Redispatch-Kosten senken

Vor allem sollen die flexiblen Netzbooster die Kosten für Redispatch-Maßnahmen reduzieren. Beim Redispatch greifen die Netzbetreiber ein, um Engpässe oder Überlastungen zu vermeiden oder zu beheben. Die deutschlandweiten Kosten für das Hoch- und Herunterfahren von Kraftwerken und anderen Energieerzeugern betrugen 2025 rund 2,7 Milliarden Euro und werden in diesem Jahr, so prognostiziert es die Bundesnetzagentur, auf mehr als drei Milliarden Euro steigen. Dezentrale Netzbooster helfen, diese Summe zu reduzieren. Batteriespeicher können schneller auf drohende Netzengpässe reagieren als fossile Kraftwerke, die erst hochgefahren werden müssen.

Mit dezentralen Netzboostern ist es außerdem möglich, die Leitungen im Regelbetrieb höher auszulasten. Das hat den Vorteil, dass konventionelle Kraftwerke erst später – oder idealerweise gar nicht – zum Einsatz kommen. Werden die Booster nicht zur Stabilisierung des Übertragungsnetzes benötigt, soll der Augsburger Verteilnetzbetreiber LVN die fünf Speicher nutzen können, um das regionale Stromnetz zu entlasten. EDF Power Solutions als Projektierer und Betreiber der Grid Booster will den gespeicherten Strom in den Sommermonaten auf dem Strommarkt anbieten. „Die Mehrfachnutzung der Batteriespeicher – im Markt, im Verteil- und im Übertragungsnetz – ist bisher in Deutschland einzigartig”, sagt Amprion-CEO Christoph Müller. Zum Jahresbeginn 2028 sollen die Grid Booster in Betrieb gehen.

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