Neugründungen in Zahlen

Energiewende als Gründungsmotor: Wie Green Tech den Startup-Markt prägt

Green-Tech ist fester Bestandteil des deutschen Startup-Ökosystems – doch 2024 ist die Dynamik spürbar abgeflacht. Während Neugründungen zurückgehen und Investitionen weltweit unter Druck stehen, zeigt sich vor allem der Energiesektor erstaunlich robust.
12.02.2026 | 3 Min.
Erschienen in: Ausgabe 02/2026
Vorreiter: Startups aus dem Energiesektor stellen einen großen Teil der Green-Tech-Unternehmen.
Vorreiter: Startups aus dem Energiesektor stellen einen großen Teil der Green-Tech-Unternehmen.
Foto: AdobeStock

Fast jede zweite Neugründung in Deutschland versteht sich inzwischen als Teil der Green Economy. Sie geben an, mit ihren Produkten oder Dienstleistungen einen Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit zu leisten. Doch nicht jedes nachhaltige Selbstverständnis reicht für die Klassifizierung als Green Tech. Als Green-Tech-Startups gelten nur jene Unternehmen, die Impact- und Nachhaltigkeitsziele mit konkreten Key Performance Indicators, wie zum Beispiel die CO2-Emissionen über die gesamte Lieferkette, messen. Gerade in frühen Phasen steht bei vielen Gründungen zunächst aber die Produkt- oder Geschäftsentwicklung im Vordergrund, eine systematische Impact-Messung kann später folgen. Besonders klar ist die Einordnung im Energiesektor: Durch ihren direkten Beitrag zur Energiewende zählen die meisten Energie-Startups zur Kategorie Green Tech.

Fast jedes zweite Startup ist grün

Die Infografik zeigt, wie stark diese Gruppe inzwischen im deutschen Startup-Ökosystem verankert ist. Zum Stichtag 31. Dezember 2024 haben Green-Tech-Startups laut Startup-Verband rund 48 Prozent aller Startups in Deutschland ausgemacht, innerhalb dieser Gruppe spielt der Energiesektor eine wichtige Rolle. Er stellt nicht nur einen großen Teil der Green-Tech-Unternehmen, sondern prägt auch deren öffentliche Wahrnehmung: Technologien rund um erneuerbare Energien, Speicher, Netze oder digitale Lösungen für das Energiesystem gelten als Schlüssel für Klimaschutz und Versorgungssicherheit – und damit als besonders relevante Innovationsfelder.

Kurzfristiger Abschwung, langfristiger Aufwärtstrend

Gleichzeitig trübt sich der Blick auf die kurzfristige Dynamik. Die Zahl der jährlichen Green-Tech-Neugründungen ist 2024 in fast allen Bereichen deutlich zurückgegangen. Wirtschaftliche Unsicherheiten und ein insgesamt vorsichtigeres Investitionsklima hinterlassen auch im nachhaltigen Segment Spuren. Doch die jüngsten Entwicklungen zeigen nicht das Gesamtbild. Über einen Zeitraum von zehn Jahren zeichnet sich insbesondere im Energiesektor ein klarer Aufwärtstrend ab: Die Zahl der Neugründungen ist hier mehr als doppelt so hoch wie 2014. Energie-Green-Tech hat sich trotz des jüngsten Einbruchs damit als robustes Gründungsfeld etabliert – getragen von langfristigen politischen Zielen, regulatorischem Druck und einem stetig wachsenden Markt.

Robuste Finanzierung im Spannungsfeld

Diese strukturelle Stärke spiegelt sich auch auf der Finanzierungsseite wider. Der Anteil der Investitionen in Green Tech an den gesamten Startup-Investitionen ist weltweit deutlich gestiegen. In Deutschland fällt dieser Trend besonders stark aus: Im Zeitraum von 2020 bis 2024 floss etwa jedes vierte Investment in ein Green-Tech-Startup. Damit liegt Deutschland nicht nur vor früheren Zeiträumen, sondern hebt sich auch im internationalen Vergleich mit den USA und dem Vereinigten Königreich ab. Erneut ist es der Energiesektor, in dem besonders viele Finanzierungsrunden pro Jahr stattfinden – ein Hinweis darauf, dass Investoren hier langfristiges Wachstumspotenzial sehen. Während die relativen Anteile steigen, sind die absoluten globalen Investitionssummen dennoch rückläufig. Der Wettbewerb um Kapital hat sich verschärft, nicht zuletzt durch den enormen Kapitalbedarf und die große Aufmerksamkeit für Künstliche Intelligenz.

Zusammengenommen zeichnen die Daten des Startup-Verbands ein ambivalentes, aber ermutigendes Bild. Kurzfristige Rückgänge bei Neugründungen treffen auch Green Tech. Langfristig jedoch wächst das Feld – getragen vor allem vom Energiesektor, der sowohl bei Unternehmenszahlen als auch bei Investitionen eine zentrale Rolle spielt. Für die Energiewende heißt das: Innovation entsteht weiter, auch wenn der Gegenwind stärker geworden ist.

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