Das Vorurteil: Batterien kommen aus China, Europa ist abgehängt. Die Wahrheit ist komplexer, wie der aktuelle Battery Atlas der RWTH Aachen belegt. Der Erfolg der Batteriezellenproduktion hänge maßgeblich von einem starken Maschinen- und Anlagenbau, von Materialherstellern, Automatisierungsspezialisten sowie von Logistik- und Qualitätssystemen ab, sagt Studienleiter Heiner Hans Heimes. „Genau hier liegen Europas Stärken“ – und damit Potenzial zur Wertschöpfung für europäische Unternehmen.
Was die Batterieproduktion selbst angeht, stimmt das Vorurteil allerdings: Zwar wird in Europa produziert, allerdings fast ausschließlich von chinesischen Herstellern. Der Battery Atlas schlägt vor, auf Batterietechnologien der nächsten Generation zu setzen – Lithium-Schwefel-, Natrium-Ionen- und Festkörperbatterien –, die mit höherer Energiedichte und leichter verfügbaren Rohstoffen punkten können. Da diese Technologien noch nicht wirklich industrialisiert sind, hätten asiatische Hersteller keinen entscheidenden Vorsprung. So könne „Europa ein scheinbares Scheitern in eine strategische Chance verwandeln“.
Batteriespeicher-Produktion: Eine resiliente europäische Lieferkette notwendig
Der Battery Atlas dokumentiert zudem die wachsende Bedeutung des Recyclings. Studienleiter Heimes ermuntert europäische Unternehmen, Recyclingprozesse aufzubauen, „auch wenn sie anfangs noch nicht wettbewerbsfähig sein sollten“. Entscheidend sei jetzt der Aufbau von Know-how und stabilen Prozessen: „Nur so entsteht eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit.“

