Die Windenergie hat aktuell (2. Dezember, 10 Uhr) die Atomkraft bei der jährlichen Stromerzeugung in Deutschland überholt. Nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (Ise), basierend auf Daten der vier Netzbetreiber (50Hertz, Amprion, Tennet, TransnetBW) und der Leipziger Strombörse EEX, lag die Jahresproduktion aus Windkraft Anfang Dezember bei 74,25 und die aus Kernenergie bei 73,75 Terawattstunden (TWh). Der Dezember gilt als windreicher Monat, weshalb wahrscheinlich ist, dass am Jahresende Wind vor Atom stehen wird. 2015 lag der Anteil der Atomkraft bei der jährlichen Stromerzeugung mit 87,07 TWh noch knapp vor der Windenergie (85,43 TWh).
Obwohl sich die Bundesregierung mit dem Paris-Abkommen zu verstärktem Klimaschutz verpflichtet hat, bleiben Braunkohle mit 122,91 TWh und Steinkohle mit 92,20 TWh bisheriger Jahresstromerzeugung auf den vordersten Plätzen. Konsequenz: Der Stromexportüberschuss liegt nach Angaben des Fraunhofer Ise derzeit bei circa 45 TWh. Die weiteren Anteile an der Jahresproduktion nach Erzeugern: Biomasse kommt auf 44,06 TWh, gefolgt von Gas (37,90), Solar (35,62) und Wasserkraft (20,49).

