neue energie: Wie revolutionär sind Power Purchase Agreements (PPAs) für den deutschen Markt?
Patrick Koch: Aus unserer Sicht sind PPAs in Deutschland mittlerweile komplett etabliert. Wir haben den ersten PPASteht für Power Purchase Agreement: längerfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Erzeuger und einem Verbraucher, z.B. einer Fabrik.Steht für Power Purchase Agreement: längerfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Erzeuger und einem Verbraucher, z.B. einer Fabrik. bereits vor mehr als acht Jahren abgeschlossen, damals mit ausgeförderten Windkraftanlagen. Der Betreiber brauchte weiterhin Planungssicherheit und suchte dafür einen Partner. Seitdem haben wir dieses Geschäft sukzessive weiterentwickelt und sind jetzt bei einem stabilen Volumen angekommen: Wir liefern rund sechs Terawattstunden pro Jahr an die deutsche Industrie. Die Verträge laufen teilweise bis weit in die 30er-Jahre hinein.
ne: Welche Art von PPAs haben Sie im Portfolio?
Koch: Unser deutsches Portfolio besteht überwiegend aus physischen Off-Site-PPAs, wir konnten jedoch die ersten finanziellen PPAs im vergangenen Jahr abschließen. Im europäischen Ausland sind finanzielle PPAs verbreiteter, den deutschen Markt haben die hohen Anforderungen an die Buchhaltung bisher abgeschreckt. Für On-Site-Projekte fehlt den meisten Unternehmen genügend Fläche, um damit ihren großen Energiebedarf decken zu können.
Bei den Liefermodellen muss man unterscheiden: Die Anlagenbetreiber bevorzugen das „Pay as produced“-Modell, weil sie den produzierten Strom zum Festpreis verkaufen möchten. Doch die Industriekunden brauchen mehr Planungssicherheit. Deshalb liefern wir sämtliche PPAs als „Pay as forecasted“-Modell. So bieten wir beiden Seiten genau das an, was sie benötigen und bewirtschaften die sich ergebenden Differenzen in unserem lebendigen Portfolio.
ne: Wie wird sich der Markt in den nächsten Jahren entwickeln?
Koch: Der PPASteht für Power Purchase Agreement: längerfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Erzeuger und einem Verbraucher, z.B. einer Fabrik.Steht für Power Purchase Agreement: längerfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Erzeuger und einem Verbraucher, z.B. einer Fabrik.-Markt wird definitiv wachsen, denn der Ausbau der Erneuerbaren schreitet voran. Für dieses Plus an volatilem Strom können PPAs ein Absicherungsinstrument sein, auch als zusätzliches Instrument zum EEG. Es wird zudem mehr ausgeförderte Anlagen geben, die nach 20 Jahren aus dem EEG herausfallen. All diese Windkraftanlagen brauchen marktliche Lösungen. Bei Photovoltaik wird die Situation dagegen herausfordernder, weil die Preise extrem schwanken. Bis vor zwei Jahren bestand unser PPASteht für Power Purchase Agreement: längerfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Erzeuger und einem Verbraucher, z.B. einer Fabrik.Steht für Power Purchase Agreement: längerfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Erzeuger und einem Verbraucher, z.B. einer Fabrik.-Portfolio noch zu gleichen Teilen aus Wind- und PV-Volumen. Inzwischen geht der Wind durch die Decke und bei PV sind die Unternehmen zurückhaltender.
ne: Können Batteriespeicher diesen Markt verändern?
Klaas Bauermann: Flexibilitäten sind der entscheidende Baustein, um den Ausbau der Erneuerbaren weiter zu beschleunigen. Wind und Sonne sind volatil, und zwar in beide Richtungen. Eine Dunkelflaute, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, ist für Industriekunden ebenso problematisch wie die sogenannte Hellbrise, also ein Überangebot an Strom. Selbst die Kombination aus Wind- und Solarkraft kann das nicht komplett ausgleichen. Bei Solaranlagen wird das sehr deutlich, denn die Sonne scheint in der Regel zu gleichen Zeiten in Deutschland. Batteriespeicher verändern den „Pay as produced“-Gedanken: Produziert wurde der Strom zwar zu einem Zeitpunkt, an dem die Preise eigentlich negativ waren, aber eingespeist ins Netz – und damit wirksam für die Kunden – wird er erst, wenn der Strom sein Geld wert ist. Das stabilisiert nicht nur die Einnahmeseite des Anlagenbetreibers, es hilft dem ganzen Energiesystem. Diesen Effekt sehen wir heute schon.
ne: Setzen Sie in Zukunft also verstärkt auf die Kombination von Solar- und Windparks mit Batteriespeichern?
Bauermann: Ja, definitiv. Ein Leuchtturmprojekt ist sicher Zerbst, wo wir Deutschlands größte, innovationsgeförderte Co-Location-Anlage – also die Kombination von Erneuerbaren mit einem Batteriespeicher am selben Standort und einem gemeinsamen Netzanschluss – gebaut haben. Sie hat mehr als 46 Megawatt Photovoltaik plus 16 Megawatt Batteriespeicher mit ungefähr dreieinhalb Stunden Speichertiefe und wurde im November 2025 in Betrieb genommen. Wir planen weitere Projekte in dieser Größenordnung, nicht nur in der Kombination PV und Speicher, sondern auch in der Kombination mit Windkraft.