Marktentwicklung

Nordex-Chef ist zuversichtlich

Verhaltener Optimismus für Deutschland, skeptischer Blick auf die USA. So sieht Jürgen Zeschky, Vorstandsvorsitzender des Windanlagenbauers Nordex, die Entwicklung auf den beiden Märkten in den kommenden zwei Jahren. Bei der Vorstellung der neuen Nordex-Turbine N 131/3000, die speziell für Standorte mit geringeren Windgeschwindigkeiten um 7,5 Meter pro Sekunde ausgelegt ist, gab sich Zeschky trotz der Reformpläne von Union und SPD zuversichtlich.
29.11.2013 | Aktualisierung: 29.11.2013 | 2 Min.

Kürzungen der Fördersätze seien vor allem für besonders gute und für sehr schlechte Standorte geplant, an denen der Betrieb ökonomisch nicht sinnvoll sei. „Es wird aber voraussichtlich weiterhin eine höhere Vergütung für windschwächere Standorte geben. Die südlichen Bundesländer wollen einen Anteil am Geschäft mit erneuerbaren Energien. “ Zeschky verband diese Beobachtung mit einem Verweis auf die neue Nordex-Anlage, die ihm zufolge besonders gut für das Binnenland ausgelegt sei. Man wolle in jeder Windklasse ein wettbewerbsfähiges Produkt anbieten.

Rückkehr zur Normalität nach „Mini-Boom“

Aktuell sieht Zeschky im deutschen Markt einen „Mini-Boom“ mit Aufträgen um 3,2 Gigawatt im Jahr 2013. Nach der anstehenden Reform rechnet er für 2015 mit 1,5 bis 1,8 Gigawatt. „Das wäre eine Rückkehr zu einem normalen Wert. Deutschland war bisher ein Zwei-Gigawatt-Markt.“Radikale Gesetzesreformen wie in Spanien oder Polen befürchtet Zeschky nicht, ebenso wenig wie in Großbritannien, Frankreich oder den skandinavischen Ländern.

Den US-Markt bewertet der Unternehmens-Chef dagegen zwiespältiger. „2014 wird es in den USA wieder einen Boom geben, ausgelöst durch die Verlängerung der Steuererleichterungen für Windkraftprojekte. Wenn bisheriges Verhalten ein guter Maßstab für die Zukunft ist, erwarte ich dort aber weiterhin einen Wechsel von Auf und Ab.“

Der Production Tax Credit (PTC) muss jährlich vom US-Parlament verlängert werden, verzögert sich der Beschluss oder steht gar in Frage, bricht der Markt ein, weil Investitionen zurückgehalten werden. So fiel der Zubau zum Jahreswechsel nach Zahlen der American Wind Energy Association von mehr als 8300 im vierten Quartal 2012 auf 1,6 Megawatt im gesamten ersten Halbjahr 2013.

Fokus Europa

Nordex peilt laut Zeschky in den USA mit 100 Megawatt nur einen relativ geringen Marktanteil an. Aus der Produktion im US-Bundesstaat Arkansas hat sich das Unternehmen jüngst im Zuge einer Umstrukturierung zurückgezogen. Die Teile für den US-Markt werden künftig am Sitz der Firmenzentrale in Rostock produziert.

In Zukunft will sich Nordex in erster Linie weiter auf Europa konzentrieren. Neben Deutschland stehen etwa Irland, Skandinavien und Frankreich im Fokus. Dort soll auch die neue Drei-Megawatt-Turbine zum Einsatz kommen, die im Sommer 2015 in Serie gehen soll. Ein Prototyp ist für das vierte Quartal 2014 geplant. „Wir erwarten künftig einen Schwerpunkt bei windschwächeren Standorten“, so Zeschky. Eine Leistungserhöhung von 25 Prozent im Vergleich zum Vorgängerprodukt soll den Ertrag um bis zu 28,6 Prozent steigern. Weitere Zielländer für die N 131/3000 seien die Beneluxstaaten sowie die Türkei.


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