Obwohl seit dem Amtsantritt der schwarz-roten Koalition bereits einige Monate verstrichen sind, gibt es bislang keine Einigung zwischen den federführenden Ministerien für Wirtschaft und Bau, was an die Stelle des sogenannten Heizungsgesetzes treten soll. Immerhin haben sich die Koalitionsspitzen jüngst auf einen Fahrplan und einen neuen Namen dafür geeinigt: Gebäudemodernisierungsgesetz. Doch wird derweil immer klarer: Im Kern wird es weiterhin darum gehen, die Wärmepumpe als Standardlösung für das Heizen außerhalb der Fernwärmenetze zu etablieren.
Das ist nicht nur die Meinung von Energie-Fachleuten und Heizungsfirmen, auch bei vielen Bürgerinnen und Bürgern hat sich diese Erkenntnis durchgesetzt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Beratungsportals CO2online. Danach würde sich zurzeit jeder dritte Deutsche für eine Wärmepumpe entscheiden. Damit liegt diese Lösung klar vor allen anderen Heizmethoden. Insgesamt erreichen Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien, also auch Pelletheizungen und solarthermisch gestützte Systeme, in der Umfrage eine Zustimmung von 58 Prozent.
Anteil der Wärmepumpen am Heizungsabsatz steigt
Die Zustimmung zur Wärmepumpe ist seit 2023, als der politische Streit innerhalb der Ampelregierung eskalierte und sich die damalige Unionsopposition darauf einschoss, laut den Angaben um 14 Prozentpunkte gestiegen. Über Parteigrenzen hinweg sehen viele Menschen die Wärmepumpe inzwischen als kostengünstige Option. Das zeige, „dass am Ende die Wirtschaftlichkeit den Ausschlag gibt und nicht die politischen Positionen“, urteilt CO2online. Zuletzt ist auch der Anteil der Wärmepumpen am Heizungsabsatz wieder deutlich gestiegen.
Auf der Website von co2online können Interessierte prüfen, wie teuer der Heizungstausch wird, welche Fördermittel beantragt werden können und ob sich die Investition lohnt.
Heizungsgesetz: Nur neuer Name statt klarer Rahmenbedingungen
Laut dem Fahrplan, den der Koalitionsausschuss in der vorigen Woche aufgelegt hat, soll das neue Gesetz in einer Arbeitsgruppe entwickelt werden, die von den Fraktionschefs Jens Spahn (CDU) und Matthias Miersch (SPD) geleitet wird. Weitere Teilnehmer sind die Wirtschafts- und die Bauministerin sowie weitere Fachleute aus den Fraktionen. Sie sollen bis Ende Januar eine Lösung für die Streitpunkte finden. Darunter auch, ob es beim Neueinbau von Heizungen in Bestandsgebäuden die Pflicht geben soll, nachhaltige Technik zu wählen oder nicht. Ebenfalls strittig: Wie hoch soll die Förderung beim Heizungstausch künftig ausfallen – und soll sie sozial stärker gestaffelt werden?
