Ren21-Bericht

Erneuerbare weiter auf Erfolgskurs

Der Siegeszug der Erneuerbaren war auch 2015 weltweit ungebrochen: Neben einem Zubaurekord gibt es Höchstwerte bei Investitionen und Beschäftigung zu vermelden. Nachholbedarf besteht unter anderem beim Ausbau der Netze und beim Abbau von regulatorischen Barrieren.
Von:  Michael Hahn
07.06.2016 | Aktualisierung: 15.06.2016 | 2 Min.

Das Renewable Energy Policy Network for the 21st Century (Ren21) hat seinen jährlichen Bericht zum weltweiten Status der erneuerbaren Energien, den Renewables 2016 Global Status Report, vorgelegt. Demnach haben sich die alternativen Stromerzeuger als wettbewerbsfähige und wichtige Energiequellen etabliert, die 2015 in mehrerer Hinsicht erneut ein Rekordjahr verzeichneten.

Mit 147 Gigawatt (GW) an erneuerbarer Energiekapazität weltweit wurde der höchste Zubauwert überhaupt erreicht. In Europa und den USA konnte die Windenergie das größte Plus verzeichnen, in China lag sie auf Platz zwei. Die 2015 zugebauten 63 GW lassen die Gesamtkapazität der Windkraft laut Bericht auf 433 GW wachsen. Ein stetiger Beschäftigungsanstieg, der im Gegensatz zur schwierigen Arbeitsplatzsituation im Energiesektor stehe, führe zu mittlerweile 8,1 Millionen Menschen, die im Erneuerbaren-Sektor rund um die Welt beschäftigt sind.

Entwicklungs- und Schwellenländer überholen Industrieländer

Auch die Investitionen erreichten2015 Rekordniveau: 286 Milliarden US-Dollar wurden laut Ren21-Bericht global für erneuerbare Energieanlagen zur Strom- und Treibstoffproduktion aufgewendet. Spitzenreiter mit mehr als einem Drittel der Gesamtinvestitionssumme war China. Dadurch hätten die Entwicklungs- und Schwellenländer zum ersten Mal die Industrieländer übertroffen, heißt es in dem Report. Wie das Handelsblatt berichtet, betrug das Investitions-Plus weltweit gut fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, insgesamt wurde doppelt so viel Geld in Erneuerbare gesteckt wie in Kohle und Gas.

„Das wirklich beeindruckende an diesen Ergebnissen ist, dass sie in einer Zeit erreicht wurden, als die Preise für fossile Energien einen historischen Tiefpunkt erreicht hatten und erneuerbare Energien in Bezug auf staatliche Subventionen immer noch benachteiligt waren“, kommentiert Ren21-Gneralsekretärin Christine Lins die Zahlen. „Für jeden Dollar, der in Subventionen von Erneuerbaren floss, wurden fast vier Dollar ausgegeben, um unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu erhalten.“

Insgesamt hätten Anfang 2016 insgesamt 173 Länder Ziele für den Erneuerbaren-Ausbau aufgestellt, 146 Länder politische Rahmenbedingungen dafür geschaffen. Besonders Städte, Gemeinden und Unternehmer seien Vorreiter der Energiewende-Bewegung.

Verbesserungsbedarf bei Netzintegration

Verbesserungsbedarf sehen die Ren21-Experten bei der Integration des Ökostroms in die vorhandenen Stromnetze, beim Abbau regulatorischer Barrieren, beim Umgang mit politischer Instabilität und finanziellen Engpässen. Mangelnde politische Aufmerksamkeit führe außerdem dazu, dass der Einsatz von Erneuerbaren im Verkehrs-, Wärme- und Kältesektor nur langsam Fortschritte erziele.

Für den Ren21-Bericht, der seit 2005 jährlich veröffentlicht wird, stellen 700 Experten aus der ganzen Welt Daten zur Verfügung. Es sei aber nicht das Ziel des Berichts, Analysen oder Prognosen zu liefern, sagen die Herausgeber. Ren21 ist ein politisches Netzwerk mit Sitz in Paris, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit getragen und von der Internationalen Energieagentur sowie dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen unterstützt wird.

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