Grundidee ist es, den kapitalintensiven Investitionen in die neuen Technologien jene Einsparungen gegenüberzustellen, die durch den Rückbau der betriebskostenintensiven Technologien im fossilen Bereich erzielt werden. Investitionen in die Erneuerbaren-Infrastruktur könnten so gesteuert werden, dass Kosten für fossile Primärenergie von derzeit 83 Milliarden Euro pro Jahr über einen Zeitraum von 40 Jahren praktisch auf Null abgesenkt werden, so die Experten. Auf diesem Weg wäre in bis zu 20 Jahren der Punkt erreicht, an dem der Erneuerbaren-Ausbau und die Kosten der Beschaffung von fossiler Energie zusammengenommen die heutigen Kosten der Primärenergie unterschreiten.
„Nach Erreichung dieses Break-Even werden die Energiekosten kontinuierlich absinken und in rund 30 Jahren, wenn der Ausbau erneuerbarer Energien weitgehend beendet ist, sind Investitionen hauptsächlich für den Erhalt der neu aufgebauten Infrastruktur notwendig“, sagt der Leiter der Studie, Norman Gerhardt. Bis zu 380 Milliarden Euro müssten demnach zum Break-Even vorfinanziert und nachfolgend getilgt werden. Auch bei einem gleichbleibenden Preisniveau für Fossile rechnen die Iwes-Experten bis 2050 mit einer inflationsbereinigten Verzinsung der Darlehen von 2,3 Prozent. Dieser Betrag könne sogar vier bis sieben Prozent betragen, wenn die Preise für Öl und Erdgas steigen.