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Globale Bestandsaufnahme

So geht Energiewende: USA

Rückwärts mit Ansage: US-Präsident Trump bremst die Erneuerbaren-Branche aus. Das gelingt ihm nicht überall.
Von:  Frank Lassak
02.09.2025 | 2 Min.
Erschienen in: Ausgabe 09/2025

Mehr als ein Viertel des Stroms in den USA stammt derzeit aus erneuerbaren Quellen. Wind und Solar haben sowohl Kohle als auch Atomkraft hinter sich gelassen. Vor allem der Solarsektor treibt das Wachstum, doch nun zeichnet sich ein drastischer Kurswechsel ab.

Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar verabschieden sich die Vereinigten Staaten von der föderalen Unterstützung für erneuerbare Energien. Das Sieben-Milliarden-Dollar-Programm Solar for All wurde gestoppt. Genehmigungen für neue Wind- und Solarprojekte haben auf Bundesebene kaum Chancen auf Zustimmung. Zugleich wurden Offshore-Leasingflächen im Umfang von mehr als 1,4 Millionen Hektar gestrichen. Die Steuervergünstigungen des Inflation Reduction Acts (IRA) für fossilfreie Technologien laufen vorzeitig aus.

Wichtige Wertschöpfungsanteile bleiben stark abhängig von Importen.“ Edward Rackley, Leiter Energiespeicher beim Beratungsunternehmen CRU

Ohne IRA-Gelder geraten zentrale Infrastrukturbereiche wie Energiespeicher und Netzausbau ins Stocken. „Wir erwarten bis 2030 einen Rückgang der Nachfrage nach Batteriespeichern um bis zu 20 Prozent“, sagt Edward Rackley, Leiter Energiespeicher beim Beratungsunternehmen CRU. Was auch an den Zöllen liege, sagt Rackley: „Wichtige Wertschöpfungsanteile – etwa bei Solarmodulen oder Wechselrichtern – bleiben stark abhängig von Importen, insbesondere aus Asien.“ Gleichwohl geht der Ausbau der Erneuerbaren in vielen US-Bundesstaaten voran. In Bundesstaaten mit niedriger Ausgangsbasis wie Arizona (plus 24 Prozent), Wisconsin, Pennsylvania oder Ohio boomen Photovoltaik-Großanlagen. Auch Texas hat sein Solar-Portfolio um 14 Prozent erweitert.

Für deutsche Anbieter ist die Lage ambivalent. Einerseits verlieren Hersteller wie Siemens Gamesa oder SMA Marktanteile im Onshore- und Offshore-Geschäft, ausgelöst vor allem durch fehlende Planungssicherheit. Andererseits ergeben sich Chancen auf Ebene der US-Bundesstaaten: Einige verfolgen ihre eigenen Dekarbonisierungsziele weiter, etwa New York, Illinois und Colorado. Auch bei der Speichertechnik, bei digitalen Steuerungssystemen und beim Netzumbau bleibt Know-how aus Deutschland vorerst gefragt – obgleich in einem fragmentierteren, schwerer planbaren Markt.

Was bleibt, ist eine geopolitisch folgenschwere Wende: Die noch führende Volkswirtschaft der Welt überlässt die Weiterentwicklung zentraler Technologien der Erneuerbaren-Branche – zumal dem Hauptkonkurrenten China.

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