Globale Bestandsaufnahme

So geht Energiewende: Uruguay

Das südamerikanische Land macht sich unabhängig vom Import fossiler Brennstoffe. Mit Erfolg.
Von:  Tobias Käufer
02.09.2025 | 1 Min.
Erschienen in: Ausgabe 09/2025
Know-how aus Deutschland: Bereits seit 1999 ist der Anlagenbauer Nordex in Uruguay aktiv.
Know-how aus Deutschland: Bereits seit 1999 ist der Anlagenbauer Nordex in Uruguay aktiv.
Foto: Nordex, Michael Gottschalk

Der Erfolg war sogar den Vereinten Nationen eine Meldung wert: „Uruguay erzeugt 90 Prozent der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen.“ Bei idealem Wetter gelingt es sogar, das Land tageweise zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Damit ist Uruguay mit seinen rund 3,4 Millionen Einwohnern zu einem Vorreiter bei der Versorgung mit nachhaltiger Energie geworden.

Man wird unabhängig von all diesen Kriegen oder anderen geopolitischen Ereignissen.“ Ramón Méndez Galain, ehemaliger nationaler Energiedirektor Uruguays
Der Weg zu einer nahezu fossilfreien Energieversorgung begann mit einer schweren Krise. Eine wachsende Wirtschaft mit steigendem Energiebedarf und ein marodes Energienetz ließen die Versorgung 2008 punktuell immer wieder zusammenbrechen. „Uruguay ist ein kleines Land, und wir waren auf den Import fossiler Brennstoffe angewiesen, weil wir weder über Kohle noch über Erdgas oder Erdöl verfügen“, sagt Ramón Méndez Galain, ehemaliger nationaler Energiedirektor Uruguays. Die Abhängigkeit von Importen wollte Uruguay beenden. Nuklearenergie war keine Alternative, weil eine neue Abhängigkeit von Importen entstanden wäre. „Wir besitzen ja auch keine Uranvorkommen“, so Méndez Galain.

Was Uruguay allerdings besitzt, sind Energiequellen wie Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie oder Biomasse. Das Land investierte fortan massiv in die erneuerbaren Energien. Die Ausschreibungen machten es attraktiv für Unternehmen, in diesem Sektor zu investieren. Die Regierung erließ entsprechende Gesetze. Heute stammt die Hälfte des Stroms aus Wasserkraft, ein Drittel aus Windkraft, der überwiegende Rest aus Biomasse und Solarenergie.

Mit diesem Erneuerbaren-Mix hat Uruguay eine neue Souveränität erlangt: „Man wird unabhängig von all diesen Kriegen oder anderen geopolitischen Ereignissen“, sagt Méndez Galain. „Fragen Sie mich, welche Auswirkungen dieser tragische Krieg in Europa auf den Elektrizitätssektor in Uruguay hatte – null. Wir haben keine Auswirkungen, weil wir nicht von Energierohstoffen abhängig sind.“

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