Mit dem Domestic Energy Act hat US-Präsident Donald Trump eine tiefgreifende Revision der Energiepolitik eingeleitet. Das Gesetz, das am 3. Juli 2025 vom Kongress mit knapper Mehrheit verabschiedet wurde, markiert nicht nur einen Bruch mit zentralen klimapolitischen Instrumenten der Biden-Ära, sondern verschiebt die energiepolitischen Prioritäten der Vereinigten Staaten strukturell zugunsten fossiler Rohstoffe. Fördermechanismen und Steuervergünstigungen für erneuerbare Energien, Elektromobilität und Energieeffizienz werden ausgesetzt oder reduziert, während die Erschließung von Öl, Gas und Kohle priorisiert wird.
Vor allem die fossile Wirtschaft wird durch das Gesetz begünstigt. Neue Ausschreibungen für Öl- und Gasfelder in Alaska, im Golf von Mexiko und im Westen der USA sind nun qua Gesetz wieder möglich – und erwünscht. Zugleich senkt der Staat die Lizenzgebühren für Kohleunternehmen, verschiebt die Einführung der Methan-Abgabe um zehn Jahre und dehnt Steuervergünstigungen für Bohrkosten aus. Auch der sogenannte 45Q-Kredit für CO₂-Abscheidung (CCSSteht für Carbon Capture and Storage: das Einfangen und dauerhafte Einlagern von CO2. Beim verwandten CCU dient das eingefangene CO2 als Rohstoff für Produkte.Steht für Carbon Capture and Storage: das Einfangen und dauerhafte Einlagern von CO2. Beim verwandten CCU dient das eingefangene CO2 als Rohstoff für Produkte.) wird erweitert – inklusive neuer Regelungen für die Erdölbranche.
E-Auto-Hersteller fürchten Einbußen
Allerdings sollen nicht alle Dekarbonisierungstechnologien leiden. Die bestehenden Steuervorteile für emissionsfreie Grundlasttechnologien – insbesondere für Kernkraft, Geothermie und Wasserkraft – sowie für Großbatterien werden bis 2036 verlängert. Die neuen Regelungen enthalten aber Ausschlussklauseln gegen „feindliche Lieferketten“, was vor allem chinesische Hersteller betrifft. Für viele Investoren schafft das neue Unsicherheit. Auch die Steuervergünstigungen für die Produktion von grünem Wasserstoff bleiben vorerst bis 2027 bestehen. Ob sich das Segment angesichts steigender Stromkosten behaupten kann, ist unklar. Auch weil das US-Energieministerium Förderzusagen in Milliardenhöhe für regionale Wasserstoff-Hubs wieder kassieren könnte, fürchten Brancheninsider. Nicht verlängert wurden zudem steuerliche Anreize für energetische Sanierungen von Wohngebäuden. Förderungen für Dämmung, Wärmepumpen, Photovoltaik auf dem Dach oder Energieberatung entfallen ab 2026 komplett.
