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USA

Trump streicht Fördergelder für Wind- und Solarenergie

Die US-Energiepolitik steht vor einem Richtungswechsel – zugunsten fossiler Ressourcen. Für die Industrie im Süden und Mittleren Westen des Landes mag der Anfang Juli verabschiedete Domestic Energy Act stimulierend sein, im Kampf gegen die Klimakrise aber ist er gleichbedeutend mit einer Kapitulation – und schadet der Erneuerbare-Energien-Branche weltweit.
Von:  Frank Lassak
04.08.2025 | 2 Min.
Erschienen in: Ausgabe 07/2025

Mit dem Domestic Energy Act hat US-Präsident Donald Trump eine tiefgreifende Revision der Energiepolitik eingeleitet. Das Gesetz, das am 3. Juli 2025 vom Kongress mit knapper Mehrheit verabschiedet wurde, markiert nicht nur einen Bruch mit zentralen klimapolitischen Instrumenten der Biden-Ära, sondern verschiebt die energiepolitischen Prioritäten der Vereinigten Staaten strukturell zugunsten fossiler Rohstoffe. Fördermechanismen und Steuervergünstigungen für erneuerbare Energien, Elektromobilität und Energieeffizienz werden ausgesetzt oder reduziert, während die Erschließung von Öl, Gas und Kohle priorisiert wird.

Die gravierendsten Eingriffe betreffen die Steuerpolitik: Investitionsanreize für Wind- und Solarenergie, ein Kerninstrument des Inflation Reduction Act, sollen bereits 2026 auslaufen – statt wie geplant erst 2034. Der bislang garantierte Investitionsabzug von bis zu 30 Prozent entfällt; Projekte werden damit teurer und risikoreicher. Laut Branchenanalysten droht bis 2035 ein Einbruch der neu installierten Wind- und Solarkapazität um bis zu 50 Prozent. „Wir werden weiterhin erneuerbare Energien ausbauen, aber das wird viel langsamer geschehen“, sagte David Carroll, Chief Renewables Officer bei Engie North America, in der New York Times. Die Konsequenz: höhere Erzeugungskosten, geringere Planungssicherheit, geschwächte Wertschöpfungsketten.

Vor allem die fossile Wirtschaft wird durch das Gesetz begünstigt. Neue Ausschreibungen für Öl- und Gasfelder in Alaska, im Golf von Mexiko und im Westen der USA sind nun qua Gesetz wieder möglich – und erwünscht. Zugleich senkt der Staat die Lizenzgebühren für Kohleunternehmen, verschiebt die Einführung der Methan-Abgabe um zehn Jahre und dehnt Steuervergünstigungen für Bohrkosten aus. Auch der sogenannte 45Q-Kredit für CO₂-Abscheidung (CCSSteht für Carbon Capture and Storage: das Einfangen und dauerhafte Einlagern von CO2. Beim verwandten CCU dient das eingefangene CO2 als Rohstoff für Produkte.Steht für Carbon Capture and Storage: das Einfangen und dauerhafte Einlagern von CO2. Beim verwandten CCU dient das eingefangene CO2 als Rohstoff für Produkte.) wird erweitert – inklusive neuer Regelungen für die Erdölbranche.

E-Auto-Hersteller fürchten Einbußen

Das Gesetz wird eine Flut chinesischer Importe auslösen und den US-Arbeitsmarkt massiv schädigen.“ Mike Carr, Solar Energy Manufacturers for America
Nicht nur die Stromerzeugung, auch die Mobilität ist betroffen. Die Steuervergünstigungen für Elektrofahrzeuge – bislang bis zu 7500 Dollar pro Fahrzeug – entfallen ab 1. Oktober 2025 komplett. Leasingmodelle, Firmenflotten und Förderprämien für heimische Batteriehersteller verlieren ihre Rechtsgrundlage. Die strategische Industriepolitik der Battery-Belt-Regionen steht damit vor dem Aus. „Das Gesetz wird eine Flut chinesischer Importe auslösen und den US-Arbeitsmarkt massiv schädigen“, sagt Mike Carr von Solar Energy Manufacturers for America. Ford-CEO Jim Farley hatte schon unlängst beim Aspen Ideas Festival gewarnt: „Wenn das Gesetz kommt, haben wir bei Ford keine Zukunft.“

Allerdings sollen nicht alle Dekarbonisierungstechnologien leiden. Die bestehenden Steuervorteile für emissionsfreie Grundlasttechnologien – insbesondere für Kernkraft, Geothermie und Wasserkraft – sowie für Großbatterien werden bis 2036 verlängert. Die neuen Regelungen enthalten aber Ausschlussklauseln gegen „feindliche Lieferketten“, was vor allem chinesische Hersteller betrifft. Für viele Investoren schafft das neue Unsicherheit. Auch die Steuervergünstigungen für die Produktion von grünem Wasserstoff bleiben vorerst bis 2027 bestehen. Ob sich das Segment angesichts steigender Stromkosten behaupten kann, ist unklar. Auch weil das US-Energieministerium Förderzusagen in Milliardenhöhe für regionale Wasserstoff-Hubs wieder kassieren könnte, fürchten Brancheninsider. Nicht verlängert wurden zudem steuerliche Anreize für energetische Sanierungen von Wohngebäuden. Förderungen für Dämmung, Wärmepumpen, Photovoltaik auf dem Dach oder Energieberatung entfallen ab 2026 komplett.

 

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