Die gute Nachricht zuerst: Die Stromerzeugung aus Solaranlagen hat im vergangenen Jahr ein neues Rekordhoch erreicht. Ihr Anteil an der heimischen Stromproduktion betrug 2025 rund 18 Prozent – nach 14 Prozent im Vorjahr. Insgesamt braucht der Umbau des Energiesystems allerdings neuen Schub. Denn unter dem Strich gab es 2025 nur einen minimalen Zuwachs beim Ökostrom, vor allem, weil die Windkraft in dem besonders windarmen Jahr schwächelte. Hinzu kommt, dass beim Primärenergieverbrauch – also beim Gesamteinsatz inklusive Wärme, Kraftstoffe und Industrieproduktion – fossile Energieträger mit fast 80 Prozent weiterhin dominieren.
- Hierzulande sind auf Dächern und Freiflächen sowie an Balkonen mittlerweile mehr als 5,5 Millionen Solarstrom-Anlagen installiert. Sie erzeugten 2025 rund 87 Terawattstunden (TWh) Strom (2024: 72 TWh). Dies zeigt die vorläufige Jahresbilanz des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) auf Basis von Daten des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg.
- Die Photovoltaik überholte damit die Braunkohle (rund 14 Prozent) und das Erdgas (16 Prozent).
- Größter Stromeinspeiser ist aber weiterhin die Windkraft mit 27 Prozent. Deren Beitrag stagnierte 2025 allerdings. Trotz eines Zubaus an Anlagen lag die Produktion laut ISE aufgrund schlechter Windverhältnisse mit 132 TWh um 3,2 Prozent niedriger als im Vorjahr.
- Die Biomasse-Nutzung zur Stromgewinnung lag derweil rund zehn Prozent höher als 2024 (41,1 TWh statt zuvor 37 TWh), während die Wasserkraft wegen geringer Niederschläge nur 17,8 TWh lieferte (2024: 22,3 TWh).
Wieder mehr als die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Quellen
Insgesamt produzierten die erneuerbaren Energiequellen Solar, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie laut ISE mehr als die Hälfte des verbrauchten Stroms, nämlich 55,9 Prozent – derselbe Wert wie 2025. Es waren 278 TWh, von denen 256 TWh ins öffentliche Stromnetz eingespeist und 22 TWh selbst verbraucht wurden. Die Erzeugung stieg damit nur gering, nämlich um sechs TWh gegenüber dem Vorjahr. Sie liege deutlich unter dem für 2025 ursprünglich angestrebten Wert von 346 TWh, bemerkt das Institut. Hauptursache sei der geringe Ausbau der Windenergie onshore und offshore. Allerdings gibt es auch bei der Photovoltaik Sorgen, dass der in den vergangenen Jahren spürbare Boom nicht weitergeht.
Beim Photovoltaik-Ausbauziel nicht auf Kurs
Der Solarverband bilanziert, das solare Ausbautempo habe sich 2025 „entschleunigt“. Konkret heißt das: Nachdem 2024 noch Anlagen mit einer Maximalleistung von 17,7 Gigawatt (GW) neu installiert wurden, waren es im vorigen Jahr etwas weniger: 17,5 GW. Das ist zwar immer noch deutlich mehr als in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre, als der Solarzubau extrem abgestürzt war. Doch um das für das Jahr 2030 gesetzlich verankerte Photovoltaik-Ausbauziel von 215 GW zu erreichen, wäre ein jährlicher Zubau von rund 20 GW erforderlich. Aktuell ist eine Gesamtleistung von rund 118 GW erreicht, also erst gut die Hälfte. Verbands-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig appelliert vor diesem Hintergrund an die Bundesregierung, weitere Marktbarrieren abzubauen und die Förderung für Solaranlagen keinesfalls weiter zu verschlechtern. Er reagierte damit auf die Ankündigung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vom letzten Herbst, die Förderung für neue Solardächer noch weiter zurückzufahren, nachdem sie bereits zu Jahresbeginn 2025 gekürzt worden war.
Laut einem Maßnahmenkatalog des Ministeriums sollen kleine Solaranlagen auf Hausdächern künftig gar keine staatliche Förderung mehr erhalten. Bei großen Solaranlagen sollen die bisherigen festen Einspeisevergütungen, die für 20 Jahre gelten, abgeschafft werden. Stattdessen soll die Förderung auf sogenannte Differenzverträge (Contracts for Difference) umgestellt werden. Dabei verkauft der Stromerzeuger die Elektrizität auf dem freien Markt oder an einen festen Vertragspartner. Sinkt der erlöste Strompreis unter einen bestimmten Referenzpreis, wird das ausgeglichen, liegt der Strompreis darüber, muss der Stromerzeuger die Mehreinnahmen abgeben. Reiche plant, ein solches Differenzmodell auch für Windkraftanlagen einzuführen.
CO2-Emissionen so hoch wie schon 2024
Betrachtet man den gesamten Energieverbrauch in Deutschland, sieht die Bilanz deutlich schlechter als im Stromsektor aus. Weiterhin gilt, dass die Energiewende bisher vor allem eine Stromwende war. Die fossilen Energieträger Öl, Gas und Kohle lieferten 2025 zusammen 79,4 Prozent der verbrauchten Energie, wie aus Zahlen des Energieverbands BDEW hervorgeht – und damit nur 0,6 Prozentpunkte weniger als 2024.
Erdgas dominiert als Primärenergie
Der größte Anteil entfiel auf Mineralöl mit 36 Prozent, vor allem wegen seiner kaum geschmälerten Dominanz im Verkehrssektor und der immer noch relativ großen Bedeutung im Heizungsbereich. Die Zahl der Ölheizungen sinkt zwar tendenziell, beträgt aber weiterhin 4,8 Millionen. Erdgas folgt in der Bilanz auf Platz zwei mit 27 Prozent. Der Energieträger ist wichtig im Wärmesektor – etwa die Hälfte der Wohngebäude wird damit beheizt –, für die Stromerzeugung und für Prozesswärme in der Industrie. Erdgas war damit in der Gesamtbilanz wichtiger als die erneuerbaren Energien Wind, Solar, Biomasse und Wasserkraft zusammen, die es 2025 insgesamt auf rund 20 Prozent der Primärenergie brachten.
