Das Meinungsforschungsinstitut Civey hat für ein repräsentatives Meinungsbild rund 5000 Antworten auf die Frage ausgewertet: „Was ist aus Ihrer Sicht das dringendste internationale Problem, das die Bundesregierung während der Corona-Pandemie nicht aus den Augen verlieren sollte?“ Ergebnis: Mit 33,2 Prozent entschieden sich die meisten Teilnehmer für die Klimakrise, knapp gefolgt von einem europäischen Asylsystem mit 29,4 Prozent. Andere Antwortmöglichkeiten wie der internationale Terrorismus wurden sehr viel seltener ausgewählt.
Sehr unterschiedliche Prioritäten zeigt jedoch ein Blick auf die Antworten gruppiert nach Parteivorliebe auf Bundesebene. Während bei Grünen (65,5 Prozent), Linken (41,5 Prozent) die Klimakrise weit vorne liegt, wird sie von FDP-Anhängern nur in 14,2 Prozent der Fälle als wichtigstes Problem neben Corona genannt. Bei der AfD, die den menschengemachten Klimawandel leugnet, sind es gar nur 2,2 Prozent. Dort dominiert das Asylsystem bei den Nennungen, das auch bei FDP und CDU/CSU vorne liegt. Bei der SPD verhält es sich in etwa ausgeglichen, mit leichtem Vorsprung für das Klima.
So ist das Ergebnis im Grundsatz nicht sehr überraschend, sondern zeigt im Gegenteil, dass die Pandemie die politischen Trennlinien bisher nicht verändert, sondern nur überlagert. Ebenfalls ins Bild passt das Ergebnis nach Alter. Grob lässt sich sagen: Je älter, desto schwindender die Sorge ums Klima. Ziemlich eindeutig fällt dagegen das Urteil der 18- bis 29-Jährigen aus – sie müssen schließlich auch am Längsten mit den Konsequenzen leben.
