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Mecklenburg-Vorpommern

Morddrohungen durch Windkraftgegner

Christian Pegel, Energieminister von Mecklenburg-Vorpommern, sowie weitere Politiker aus dem Raum Westmecklenburg haben Morddrohungen erhalten, weil sie den Windkraftausbau unterstützen. Die Staatsanwaltschaft hat am Montag (23. Februar) einen 70-jährigen Verdächtigen festgenommen.
Von:  Jürgen Heup
26.02.2015 | Aktualisierung: 27.02.2015 | 2 Min.

Dass der Bau von Windkraftanlagen nicht nur auf Gegenliebe stößt und zu heißen Kontroversen führen kann, ist verständlich. Was Mecklenburgs Energieminister Christian Pegel sowie mehreren Politikern und Windkraftbefürwortern des Landes widerfahren ist, sprengt aber jegliche Grenzen. Ein Windkraftgegner drohte ihnen mit Mord. „Wir erhielten Mitte Dezember einen Drohbrief und haben ihn dem Landeskriminalamt übergeben um die Sicherheitslage zu prüfen“, sagte Pegel. „Meine Humorgrenze war unverzüglich erreicht“, so der Energieminister, denn die Drohungen seien nicht nur gegen ihn gerichtet gewesen, sondern auch gegen seine schulpflichtigen Kinder. Bei der Veranstaltung eines Planungsverbands in der vergangenen Woche, bei der heftig diskutiert worden sei, sei dann klar geworden: Verbandsmitglieder sowie der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim hatten ebenfalls anonyme Anrufe und ähnliche Drohbriefe erhalten.

Die Polizei nahm daraufhin am Montag (23. Februar) einen 70-Jährigen aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg fest und stellte Beweismittel sicher. Gegen den Verdächtigen werde nun wegen versuchter Nötigung und Bedrohung in mehreren Fällen ermittelt, teilte Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek mit. „Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt in dieser Sache derzeit nur gegen einen bekannten Beschuldigten.“ Ob weitere Personen Urheber von Drohungen gewesen sind, sei noch Gegenstand der Untersuchungen. Wie heftig die Drohungen waren, verdeutlichen Passagen, die die  Schweriner Volkszeitung veröffentlichte. „Wenn Du gegen uns und unsere Landschaft stimmst, werden wir Dich vernichten.... Es wäre schade um Deine Firma und natürlich um Deine Frau“ heißt es dort. Absender: „Die Militanten Windrad Gegner“.

Minister und Staatsanwalt gehen von Einzelfall aus

„Ich erlebe zwar hier hitzige Debatten, ich glaube aber, dass dieser Fall  ein einzelner Auswuchs war, der nicht den Windkraft-kritischen Stimmen insgesamt zugerechnet werden kann“, sagt Energieminister Christian Pegel. Nach dem Drohbrief sei es für ihn nicht immer leicht gewesen, an Veranstaltungen teilzunehmen und die Drohungen aus dem Kopf zu bekommen. Er habe aber stets darauf geachtet, berechtigte Kritik am Windkraftausbau dadurch nicht einfach beiseite zu schieben. Die Aggressivität des Tatverdächtigen ist auch laut Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek ein Einzelfall und kein Zeichen für eine allgemeine Eskalation im Streit um die Windenergie: „Von ähnlichen Verfahren in anderen Regionen ist mir nichts bekannt“, sagte er gegenüber neue energie.

 

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