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Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz

Bundesregierung verfehlt ihre Energiesparziele

Der Bundesregierung gelingt es nicht, den Energieverbrauch in Deutschland wie vorgesehen bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Mehr als die Hälfte der im Dezember 2014 beschlossenen Maßnahmen im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz, kurz Nape, warten noch auf ihre Umsetzung. Dies geht aus einer Analyse der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) hervor.
Von:  Michael Hahn
15.10.2015 | Aktualisierung: 22.10.2015 | 1 Min.

Demnach gehört auch der Steueranreiz für die energetische Modernisierung von Wohngebäuden zu den unerledigten Punkten des Nape. Umgesetzt wurden bisher der Ausbau von Förderangeboten der nationalen Förderbank KFW für Nicht-Wohngebäude und Unternehmen sowie die Energieauditpflicht für größere Unternehmen.

Zusätzliche Förderangebote von einer Milliarde Euro

Zu den weiteren geplanten Nape-Maßnahmen gehören ein neues nationales Energielabel für Bestandsheizkessel, die Einführung eines wettbewerblichen Ausschreibungsmodells, die Top-RunnerIinitiative für energiesparende Produkte und die Förderung von Contracting-Modellen einschließlich Ausfallbürgschaften. Weiter sollen zusätzliche Förderangebote im Umfang von gut einer Milliarde Euro erfolgen und Einsparungen durch den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung erzielt werden.

Mit den bisherigen Nape-Maßnahmen kommt die Bundesregierung ihrem 20-Prozent-Ziel (2877 Petajoule) nur um etwas mehr als einen Prozentpunkt näher. Und das auch nur, falls die Maßnahmen die erwarteten Einsparwirkungen tatsächlich erreichen, so die Analyse. Selbst wenn alle geplanten Ziele umgesetzt und ihre volle Wirkung entfalten würden, bliebe trotzdem ein Lücke von sechs Prozentpunkten (880 Petajoule) oder 244 Milliarden Kilowattstunden. Dies entspräche der Jahresstromerzeugung von mehr als der Hälfte der Kohlekraftwerke in Deutschland.

Politik zum Handeln aufgefordert

Für Carsten Müller, Vorstandsvorsitzender von Deneff, setzt die Bundesregierung durch ihr Versagen bei den Energiesparplänen im Vorfeld der Pariser UN-Klimakonferenz  die Glaubwürdigkeit der deutschen Klimapolitik aufs Spiel. „Die Politik hat viel zu lange versäumt, die Energieeffizienz auf gleicher Augenhöhe mit dem Umbau der Energieerzeugung voranzubringen“, so Müller. „Jede Verzögerung kostet Energieverbraucher und Steuerzahler bares Geld. Die immer noch ausstehende Steuerförderung für Gebäudesanierungen ist dafür das offensichtlichste Beispiel.“ Müller fordert die Politik auf, noch einmal kräftig nachzulegen, um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen.

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