ENERGIEDIALOG 2026 - Der energiepolitische Jahresauftakt am 20.01.2026
EEG-Novelle

Erneuerbare fordern: Kurs halten bei Strombedarf und EE-Ausbau

Mit Blick auf die EEG-Novelle 2026 legt der BEE ein Positionspapier mit klaren Vorschlägen vor und betont, dass Erneuerbare die Zukunft der Stromversorgung sind und sicherheitspolitische Vorteile bieten.
13.01.2026 | 3 Min.
750 TWh Strom: Der BEE hält den aktuell angenommenen Stromverbrauch für 2030 für realistisch.
750 TWh Strom: Der BEE hält den aktuell angenommenen Stromverbrauch für 2030 für realistisch.
Foto: AdobeStock

Im Jahr 2026 steht die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) an – mit zentralen Weichenstellungen für die Zukunft der EE-Branche. Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) formuliert in seinem aktuellen Positionspapier klare Forderungen zu unterschiedlichen Aspekten der EEG-Novelle.

Stromverbrauchsziel von 750 TWh sollte weiterhin verfolgt werden

Grundsätzlich fordert der BEE, das aktuell im EEG für 2030 angegebene Stromverbrauchsziel von 750 TWh weiterzuverfolgen und nicht abzusenken. Unter Berücksichtigung der vom Energiewende-Monitoring untersuchten Studien und einer eigenen Analyse schlüsselt der BEE den Anstieg des Stromverbrauchs von aktuell 521 TWh auf 705 TWh im Jahr 2030 wie folgt auf:

  • Konventioneller Stromverbrauch (Haushalte, Gewerbe, Industrie): 530 TWh
  • Innovative, stromintensive Technologien (wie Rechenzentren für KI): 37 TWh
  • Sektoren-Kopplung: 48 TWh Elektromobilität und 41 TWh Wärmepumpen
  • Erzeugung von grünem Wasserstoff in Deutschland (7 GW): 28 TWh
  • Elektrifizierung industrieller Prozesse (z. B. Elektro-Kessel): 21 TWh

Neben der Steigerung des Strombedarfs durch die Elektrifizierung im Wärme-, Verkehrs- und Industriesektor sieht der BEE auch technologische Entwicklungen wie die Ansiedlung von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und Elektrolyseuren für grünen Wasserstoff als zukünftig große Stromverbraucher. Darüber hinaus sei ein zusätzlicher Sicherheitspuffer aufgrund geopolitischer Unsicherheiten empfehlenswert.

Berücksichtigt man diese Punkte, sei das aktuell festgehaltene Stromverbrauchsziel von 750 TWh angemessen, wobei dieser Bedarf bis 2030 zu 80 Prozent aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden soll. „Erneuerbare Energien haben 2024 und 2025 mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland abgedeckt. Wir sind bereit, deutlich mehr Verantwortung bei der Energieversorgung zu übernehmen“, so BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser.

Ein dezentrales Energiesystem ist sicherer

Einen weiteren Schwerpunkt legt das Positionspapier auf die Bedeutung der Erneuerbaren als dezentrale Stromerzeuger. „Die Ära der großen Kraftwerke geht zu Ende. Die Zukunft des Stroms ist dezentral und erneuerbar“, sagt Heinen-Esser. Ein großer Vorteil laut BEE: Ein dezentrales Energiesystem ist weniger anfällig für Militärschläge oder terroristische Angriffe – und damit sicherer. Die dezentrale und skalierbare Energieerzeugung am Ort des Stromverbrauchs reduziere zudem nicht nur Netzausbaubedarfe und -kosten, sondern mache auch die Einspeisung aufgrund der deutschlandweit verteilten Erzeugung leichter prognostizierbar.

Um diese Vorteile weiter auszubauen, fordert der BEE, Bürgerenergie, Energy SharingDie gemeinschaftliche Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien durch einen lokalen oder regionalen Zusammenschluss, der dafür das öffentliche Netz verwenden kann.Die gemeinschaftliche Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien durch einen lokalen oder regionalen Zusammenschluss, der dafür das öffentliche Netz verwenden kann. und andere Beteiligungsformate zu stärken und die gesetzlichen Grundlagen dafür unbürokratisch zu vereinheitlichen. Das fördere am Ende die lokale Wirtschaftskraft und steigere die Akzeptanz für EE-Projekte.  Denn: „Erneuerbare Energien sind Mitmach-Energien“, heißt es im Positionspapier.

Contract for Difference als neue Vergütungslogik

CfDs dürfen zu keinen höheren Risiken für Anlagenbetreiber führen." BEE
Ein besonderes Augenmerk wird die Branche bei der EEG-Novelle auf die zukünftige Art der Vergütung richten. Der BEE schlägt zweiseitige Contract for Difference (CfDSteht für Contracts for Difference (Differenzverträge): Erhält ein Stromerzeuger bei Ausschreibungen für sein Preisangebot den Zuschlag, kriegt er bei einem niedrigeren Börsenpreis die Differenz erstattet. Liegt der Börsenpreis höher, muss er die zusätzlichen Gewinne abgeben.Steht für Contracts for Difference (Differenzverträge): Erhält ein Stromerzeuger bei Ausschreibungen für sein Preisangebot den Zuschlag, kriegt er bei einem niedrigeren Börsenpreis die Differenz erstattet. Liegt der Börsenpreis höher, muss er die zusätzlichen Gewinne abgeben.) anstelle der bisherigen Marktprämie vor. Das Prinzip: Es gibt einen anzulegenden Wert (AZW) je produzierter kWh. Wird dieser überschritten, fließen die Mehrerlöse an den Staat – etwa zur weiteren Finanzierung der Energiewende. Wird der AZW unterschritten, zahlt der Staat die Differenz. Wichtig für den BEE: „Die Ausgestaltung der zweiseitigen CfDs darf keine höheren Risiken für EE-Anlagenbetreiber herbeiführen, die die Akteursvielfalt einschränken oder durch zu große Komplexität einen Fadenriss im EE-Ausbau auslösen.“

Relevante Termine

Kommentar verfassen

Hinweis: Kommentare werden vor der Freischaltung zunächst gesichtet. Dies kann unter Umständen etwas Zeit in Anspruch nehmen.

*Pflichtfelder

Die E-Mailadresse wird nicht gespeichert, sondern gelöscht, sobald Sie eine Bestätigungsmail für Ihren Kommentar erhalten haben. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung


Captcha Image
=
750 TWh Strom: Der BEE hält den aktuell angenommenen Stromverbrauch für 2030 für realistisch.
Foto: AdobeStock
Termine
16.01.2026 bis 25.01.2026
Messe Berlin GmbH

19.01.2026
Webinar | Solarenergie - Standortsicherung