Im Jahr 2026 steht die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) an – mit zentralen Weichenstellungen für die Zukunft der EE-Branche. Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) formuliert in seinem aktuellen Positionspapier klare Forderungen zu unterschiedlichen Aspekten der EEG-Novelle.
Stromverbrauchsziel von 750 TWh sollte weiterhin verfolgt werden
Grundsätzlich fordert der BEE, das aktuell im EEG für 2030 angegebene Stromverbrauchsziel von 750 TWh weiterzuverfolgen und nicht abzusenken. Unter Berücksichtigung der vom Energiewende-Monitoring untersuchten Studien und einer eigenen Analyse schlüsselt der BEE den Anstieg des Stromverbrauchs von aktuell 521 TWh auf 705 TWh im Jahr 2030 wie folgt auf:
- Konventioneller Stromverbrauch (Haushalte, Gewerbe, Industrie): 530 TWh
- Innovative, stromintensive Technologien (wie Rechenzentren für KI): 37 TWh
- Sektoren-Kopplung: 48 TWh Elektromobilität und 41 TWh Wärmepumpen
- Erzeugung von grünem Wasserstoff in Deutschland (7 GW): 28 TWh
- Elektrifizierung industrieller Prozesse (z. B. Elektro-Kessel): 21 TWh
Neben der Steigerung des Strombedarfs durch die Elektrifizierung im Wärme-, Verkehrs- und Industriesektor sieht der BEE auch technologische Entwicklungen wie die Ansiedlung von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und Elektrolyseuren für grünen Wasserstoff als zukünftig große Stromverbraucher. Darüber hinaus sei ein zusätzlicher Sicherheitspuffer aufgrund geopolitischer Unsicherheiten empfehlenswert.
Berücksichtigt man diese Punkte, sei das aktuell festgehaltene Stromverbrauchsziel von 750 TWh angemessen, wobei dieser Bedarf bis 2030 zu 80 Prozent aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden soll. „Erneuerbare Energien haben 2024 und 2025 mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland abgedeckt. Wir sind bereit, deutlich mehr Verantwortung bei der Energieversorgung zu übernehmen“, so BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser.
Ein dezentrales Energiesystem ist sicherer
Um diese Vorteile weiter auszubauen, fordert der BEE, Bürgerenergie, Energy SharingDie gemeinschaftliche Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien durch einen lokalen oder regionalen Zusammenschluss, der dafür das öffentliche Netz verwenden kann.Die gemeinschaftliche Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien durch einen lokalen oder regionalen Zusammenschluss, der dafür das öffentliche Netz verwenden kann. und andere Beteiligungsformate zu stärken und die gesetzlichen Grundlagen dafür unbürokratisch zu vereinheitlichen. Das fördere am Ende die lokale Wirtschaftskraft und steigere die Akzeptanz für EE-Projekte. Denn: „Erneuerbare Energien sind Mitmach-Energien“, heißt es im Positionspapier.
Contract for Difference als neue Vergütungslogik
Das gesamte Positionspapier des Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. steht auf der Website des BEE zur Verfügung.
