Zur Webseite des Anbieters
Klimaschutzdemo

17 000 marschieren gegen Erderwärmung

Beim „Global Climate March“ in Berlin gingen tausende Menschen auf die Straße, um gegen den Klimawandel und für die Energiewende zu protestieren. Der Demonstrationszug startete am Hauptbahnhof und endete mit einer Kundgebung und Live-Musik am Brandenburger Tor.
Von:  Michael Hahn
29.11.2015 | Aktualisierung: 04.12.2015 | 2 Min.

Obwohl es zeitweise regnete und der erste Adventssonntag unter freiem Himmel alles andere als gemütlich war, fanden sich nach Angaben der Veranstalter rund 17 000 Menschen, um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Die Polizei spricht von 10 000 Teilnehmern. Der „Global Climate March“ fand weltweit in mehreren großen Städten statt, in Berlin wurde er von den Organisationen Greenpeace, WWF, Avaaz, Campact, Klima-Allianz Deutschland, Nabu und Oxfam organisiert, mehr als 30 weitere Organisationen leisteten Unterstützung. Der Termin war nicht zufällig gewählt: Einen Tag vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Paris sollte ein deutliches Zeichen an die Politik gesendet werden, verbindliche Klimaziele zu vereinbaren.

Unter lauten „Energiewende jetzt!“-Rufen bewegte sich die Demonstration mit wehenden Fahnen vom Hauptbahnhof durch das Regierungsviertel bis zum Brandenburger Tor. Eine Gruppe junger Frauen war extra aus Bayern angereist, um sich dem Protest anzuschließen. „Das war für uns ganz selbstverständlich, der Klimawandel ist für mich die größte Herausforderung unserer Zeit“, sagte Marie Bartelmeß. Sie habe sofort, als sie von der Veranstaltung erfuhr, ihre Freundinnen informiert und die Reise organisiert, erzählte die 20-Jährige regendurchnässt vor dem Brandenburger Tor.

Vor Vattenfalls Deutschland-Zentrale, die unter Polizeischutz stand, gab es eine Kundgebung für den Kohleausstieg in der Lausitz. Auf den anderen Demonstrationswagen sprachen sich Vertreter der Umweltschutzgruppen und von Erneuerbaren-Verbänden lautstark für den Umweltschutz und die Energiewende aus. Horst Seide vom Fachverband Biogas verkündete: „Jetzt ist die Zeit für die Erneuerbaren gekommen!“ Bereits im Vorfeld der Demonstration hatte der Bundesverband WindEnergie an die Bedeutung der Pariser Klimakonferenz erinnert: „Wir wünschen uns verbindliche und überprüfbare Vereinbarungen vom Klimagipfel in Paris. Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase muss gedrosselt werden. Deutschland kann und soll dabei eine Vorreiterrolle einnehmen und als starkes Industrieland Vorbild für andere Länder beim Umbau der Energiewirtschaft sein. Dafür demonstrieren wir heute gemeinsam in einem Bündnis aus NGOs, Verbänden, Vereinen, Kirchen und Gewerkschaften mit dem Klimamarsch durch das Regierungsviertel in Berlin“, so BWE-Präsident Hermann Albers.

Auf der Abschlusskundgebung bekräftigten die Redner das dringliche Handlungsbedürfnis. Der Kohleabbau sei „ein Verbrechen an der Menschheit und an der Zukunft“, befand Christoph Bautz von der Organisation Campact unter lautem Jubel der Menge. Auch Fracking und die Atomenergie wurden scharf attackiert.

Ein Demonstrationsteilnehmer fand allerdings auch Kritik an der Veranstaltung. Sie sei „ohnmächtig“ im Angesicht der großen Weltpolitik, die in Paris über die Zukunft unseres Planeten entscheiden werde. Anlässlich des „Global Climate March“ gingen rund um den Globus hunderttausende Menschen auf die Straße. In London sprechen die Organisatoren von 50 000 Demonstranten, in Sydney von 45 000. Der Klimamarsch in Paris wurde aufgrund der jüngsten Terroranschläge abgesagt.

Kommentar verfassen

Kommentare werden vor der Freischaltung zunächst gesichtet. Das kann unter Umständen etwas Zeit in Anspruch nehmen.

*Pflichtfelder

Bitte berücksichtigen Sie vor dem Kommentieren unsere Community-Richtlinien und unsere Datenschutzerklärung.


Captcha Image
=
Zur Webseite des Anbieters
Termine
16.04.2026 bis 17.04.2026
2026_webse-1,5t | Windenergie - Grundlagen

20.04.2026
2026_webinar | Solarenergie - Grundlagen

20.04.2026 bis 24.04.2026
Deutsche Messe AG

20.04.2026 bis 23.04.2026
WindEurope