Die Zahl der Solaranlagen wuchs im ersten Halbjahr um rund 10.000 auf 140.225 Anlagen, teilt die Landesregierung mit. Den größten Anteil der installierten Solarleistung stellen dabei Freiflächenanlagen: 1.275 Anlagen erreichen zusammen 3,4 GW beziehungsweise rund 56 Prozent der gesamten Photovoltaikleistung. Auf Dächern und an Fassaden sind 99.083 Anlagen mit 2,7 GW installiert – das entspricht 43 Prozent. Rund 40.000 Balkonkraftwerke kommen zusammen auf 44 Megawatt (MW) und damit auf 0,7 Prozent der Solarleistung in Sachsen-Anhalt.
Windkraft in Sachsen-Anhalt: Weniger Anlagen, aber mehr Leistung je Standort
Der Rückgang im laufenden Wind-Ausbau bedeutet nicht, dass weniger Projekte vorbereitet werden. Im ersten Halbjahr wurden in Sachsen-Anhalt neue Windenergieanlagen mit 526 MW genehmigt, ermittelte die Fachagentur Wind und Solar. Im bundesweiten Vergleich entsprach das Rang sieben. Zwischen Genehmigung und Inbetriebnahme vergeht jedoch in der Regel viel Zeit. Genehmigungen schlagen sich deshalb oft erst nach Monaten oder Jahren in den Ausbauzahlen nieder. Bei den EEG-Auktionen konnten Projekte aus Sachsen-Anhalt im ersten Halbjahr 2026 die erteilten Zuschlagsmengen um 79 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöhen. Sollten es die politischen Rahmenbedingungen zulassen, können in den nächsten Jahren weitere neue Windparks errichtet werden.
Speicher werden zur Ergänzung des Ausbaus
Mit dem starken Solar- und dem weiteren Windzubau in Sachsen-Anhalt wächst die Bedeutung von Speichern. Bei Leuna/Krumpa wurde im August ein Batteriespeicherverbund mit 250 MW Leistung und aktuell rund 500 Megawattstunden (MWh) Speicherkapazität in Betrieb genommen. Noch im laufenden Jahr soll die Kapazität auf 800 MWh steigen. Nach Angaben des Projektentwicklers Münch Energie handelt es sich um den größten derzeit in Betrieb befindlichen Batteriespeicherverbund Deutschlands.
Der Speicherverbund besteht aus fünf Teilanlagen und ist mit mehreren eigens errichteten Umspannwerken verbunden. Sein Zweck: überschüssigen Wind- und Solarstrom aufnehmen und später wieder abgeben. Das soll Netze entlasten und vermeiden, dass erneuerbare Erzeugungsanlagen bei viel Stromangebot abgeregelt werden. Es sind bereits weitere Speicherprojekte in Sachsen-Anhalt angekündigt: In Förderstedt ist eine Anlage mit 300 MW geplant, die 2027 vollständig in Betrieb gehen soll. In Wittenberg soll 2028 ein Batteriepark mit 60 MW Leistung und 190 MWh Speicherkapazität starten.