NRW überschreitet 10-Gigawatt-Marke bei Windenergie
Nordrhein-Westfalen hat beim Windenergie-Ausbau an Land die Schwelle von zehn Gigawatt überschritten. Auch in einem ehemaligen Braunkohletagebau erzeugen jetzt Windenergieanlagen sauberen Strom.
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Sauber: Auf dem ehemaligen Kohletagebau Garzweiler drehen sich jetzt Windräder.
Foto: Federico Gambarini, picture alliance, dpa
10 Gigawatt Windenergie, das hat Nordrhein-Westfalen gemeinsam geschafft."Mona Neubaur, Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur NRW
Nordrhein-Westfalen hat beim Ausbau der Windenergie an Land erstmals die Marke von zehn Gigawatt (GW) installierter Leistung überschritten, teilte die Landesregierung im Oktober mit. Mitte 2022 waren im Land noch 6,4 Gigawatt am Netz, seither kamen 3,6 Gigawatt hinzu. Damit erreicht das Bundesland einen Zuwachs von rund 57 Prozent in etwa vier Jahren. Im Jahr 2025 lag NRW mit einem Rekordzubau von 1,4 Gigawatt bundesweit sogar an der Ausbau-Spitze. „10 Gigawatt Windenergie, das hat Nordrhein-Westfalen gemeinsam geschafft – Land, Kommunen, Unternehmen, Genehmigungsbehörden, Planungsbüros, Landwirte und die Menschen vor Ort“, sagt Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur.
Mit der installierten Leistung liegt NRW laut Landesregierung inzwischen bundesweit auf Rang drei – hinter Niedersachsen und Schleswig-Holstein und noch vor Brandenburg. Zugleich lagen zum Stichtag 1. September Genehmigungen für knapp 800 weitere Anlagen mit rund 4,7 Gigawatt Leistung vor. Nordrhein-Westfalen sieht sich damit auf Kurs, bis 2030 eine installierte Windenergieleistung von 13 bis 15 Gigawatt zu erreichen – oder sogar zu übertreffen.
Neue Windräder in Betrieb genommen: Energiewende im Rheinischen Revier
Das Rheinische Revier bleibt eine Energieregion."Oliver Krischer, Umwelt- und Verkehrsminister NRW
Wie und wo neue Wind-Leistung in NRW ans Netz geht, zeigt der Windpark Erkelenz-Holzweiler am Tagebau Garzweiler II. Hier, wo jahrzehntelang Braunkohle für die Stromversorgung gefördert wurde, nahm Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer Ende Oktober zwei neue Anlagen offiziell in Betrieb. Sie sind jeweils rund 250 Meter hoch und leisten je 7,2 Megawatt. Zusammen versorgt ihr Strom rechnerisch rund 9.900 Haushalte. Die Windräder auf dem ehemaligen Kohletagebau machen die Transformation des Energiesystems sichtbar: „Die Windenergieanlagen in Holzweiler zeigen: Das Rheinische Revier bleibt eine Energieregion – künftig mit Wind und Sonne“, so Krischer.
NRW: Task Force sorgte für schnellere Windprojekt-Genehmigungen
Windenergieanlagen liefern unserer Industrie bezahlbaren Strom und planbare Strompreise."Mona Neubaur, Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur NRW
Der Windenergie-Ausbau ist auch Ergebnis einer landesweiten Beschleunigungspolitik in NRW: Ab 2025 arbeitete die Task Force „Ausbaubeschleunigung Windenergie NRW“, in der mehrere Landesministerien engagiert waren, an den Voraussetzungen für mindestens 1.000 neue Windenergieanlagen bis Ende 2027. Als zentrale Hebel nennt Nordrhein-Westfalen mehr Flächen für Windenergieanlagen, einfachere und schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie Förderangebote. Zum Beispiel hat das Land die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigt: Ein solches Verfahren dauerte 2023 im Schnitt 14 Monate, im zweiten Quartal 2026 waren es nur noch 8,4 Monate.
Insgesamt sind in NRW aktuell rund 4.100 Windenergieanlagen in Betrieb. Damit genug Platz für neue Anlagen zur Verfügung steht, hat Nordrhein-Westfalen bereits 2026 als erstes Bundesland in allen Planungsregionen Flächen für die Windenergie ausgewiesen und damit die Vorgaben des Bundes deutlich vor der gesetzlichen Frist im Jahr 2032 erfüllt. „Windenergieanlagen liefern unserer Industrie bezahlbaren Strom und planbare Strompreise. Sie machen uns unabhängiger von Importen. Und sie bringen Geld in die Gemeinden: für das Schwimmbad, das Vereinsheim, die Bibliothek“, sagt Ministerin Neubaur. „Jetzt müssen Netze und Speicher mithalten – dafür setzen wir uns auf Bundesebene konsequent ein.“
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