Frankreich ohne Energiewende
Frankreich bleibt gefangen in seiner Atomfalle. Daran ändert auch das neue Energiewende-Gesetz nichts, das in dieser Woche verabschiedet wurde.
Frankreich bleibt gefangen in seiner Atomfalle. Daran ändert auch das neue Energiewende-Gesetz nichts, das in dieser Woche verabschiedet wurde.
Spätestens seit dem Jahr 2007 kann niemand mehr sagen, er hätte es nicht gewusst. Damals bekamen der Weltklimarat IPCC und der amerikanische Umweltpolitiker Al Gore den Friedensnobelpreis. Kurz davor wurde Al Gores Klima-Dokumentarfilm „Eine unbequeme Wahrheit“ mit einem Oscar ausgezeichnet. Die Medien stürzten sich regelrecht auf das Klimaschutzthema.
Es gibt eine Institution, auf deren Konto gehen jedes Jahr über 3000 Todesopfer. Mehr als 100.000 Menschen mussten wegen ihr in den letzten Jahrzehnten bereits Haus und Hof verlassen. Ihre Geschäfte kann sie weitgehend ungehindert abwickeln, da ehemalige Minister und Abgeordnete auf ihrer Gehaltsliste stehen und sie auch bei der jetzigen Regierung ein- und ausgeht.
Über das Ziel besteht eine große Einigkeit in der internationalen Staatengemeinschaft: Wir wollen und wir müssen verhindern, dass die durchschnittliche globale Erwärmung gegenüber vorindustriellen Zeiten zwei Grad Celsius übersteigt. Der Weg dahin führt einzig und allein über konsequenten Klimaschutz.
Vorletztes Jahr habe ich meine zweite Photovoltaikanlage auf unserem Dach errichtet. Ein Nachbar sprach mich an, ob sich die Investition denn überhaupt noch rechnen würde. „Wenn alles wie geplant läuft, habe ich mein Geld in 15 Jahren zurück“, klärte ich ihn auf. „Und wie lange hält die Anlage?“ „20 Jahre auf jeden Fall, vermutlich auch ein paar Jahre mehr.“ „Das ist doch super.“ „Ja, das entspricht einer Rendite von zwei bis drei Prozent.“ „Das ist doch deutlich mehr als auf dem Sparbuch.“
In einem Punkt sind sich Medien, Politik und auch viele Wissenschaftler einig: Ohne einen ambitionierten Leitungsneubau wird die Energiewende nicht klappen. Vor allem die Forderung nach neuen Übertragungsleitungen wird gebetsmühlenartig wiederholt, ohne überhaupt noch über deren Sinn und Zweck zu diskutieren.
Seit August ist die von der großen Koalition durchgepeitschte umstrittene Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Kraft. In den Monaten davor musste das EEG viel Prügel einstecken: ein Monster, zu teuer, auf Dauer unbezahlbar. Dabei sollte man das EEG eigentlich feiern.
Bei erneuerbaren Energien wachsen Leistung und Erzeugung, bei der Atomenergie dagegen nur die Kosten – und zwar unkalkulierbar. Die Energiekonzerne wollen den Atomausstieg daher in eine „Bad Bank“ auslagern, die Zeche würden am Ende wohl die Bürger zahlen. Es wird Zeit für eine ehrliche Kostendebatte.