neue energie: Wie beurteilen Sie die aktuellen Entwicklungen in der Energiepolitik?
Heiko Wuttke: Die Entwicklungen beurteilen wir im Moment mit einem großen Ausrufezeichen, um ein Bild zu verwenden. Und das Ausrufezeichen steht in der Regel dafür, dass man aufpassen muss. Denn unsere Wahrnehmung ist, dass wir uns nicht gerade in Richtung des bislang eingeschlagenen Weges oder den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien bewegen. Gleichzeitig sind keine konkreten, echten, greifbaren Parameter vorhanden, an denen wir uns orientieren könnten. Diese Unsicherheit ist für Investoren nie gut.
ne: Was erwarten Sie für das energiepolitische Jahr 2026?
Wuttke: Wir erwarten, dass es klare Rahmenbedingungen durch die EEG-Novelle gibt, die ja ab 2027 in Kraft treten muss. Das umfasst unter anderem klare Kriterien für den Netzanschluss von Batteriespeichern, das Einhalten der Zusagen aus dem Koalitionsvertrag und letztlich das Sicherstellen des Ausbaupfades der erneuerbaren Energien, um 2030 auch tatsächlich 80 Prozent Strom aus Erneuerbaren im Netz zu haben.
ne: Und welchen Wunschzettel haben Sie für die politische Weichenstellung, um den Ausbau der Erneuerbaren weiter voranzutreiben?
Wuttke: Nummer 1 auf dem Wunschzettel ist ganz klar das Festhalten an den Ausbauzielen, die derzeit bestehen. Und im Weiteren eine klare und konkrete Richtung, also definierte Rahmenbedingungen für Investoren, wie wir es sind. Nur so können wir vernünftig planen. Mein dritter Wunsch ist endlich ein Bekenntnis, dass die Erneuerbaren der Taktgeber sind und nicht die konventionellen Kraftwerke oder die Ausbaugeschwindigkeit der Netze.
