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Blick auf 2026

„Wir brauchen mehr Tempo bei Planung und Genehmigung, mehr Digitalisierung und Standardisierung“

Erste Impulse hat die neue Bundesregierung gegeben, doch die Umsetzungsdynamik im Bereich der Erneuerbaren bleibt bislang hinter den Erwartungen zurück, findet Frank May, CEO von Alterric, im Kurzinterview.
Interview: Christiane Nönnig
15.12.2025 | 1 Min.
Erschienen in: Ausgabe 12/2025
Aus der Branche für die Branche: Frank May, CEO Alterric, blickt auf das energiepolitische Jahr 2026.
Aus der Branche für die Branche: Frank May, CEO Alterric, blickt auf das energiepolitische Jahr 2026.
Foto: Timo Lutz

neue energie: Wie beurteilen Sie die aktuellen Entwicklungen in der Energiepolitik?

Frank May: Klar ist: Die Erneuerbaren und ihre niedrigen Erzeugungskosten sind die Basis für eine verlässliche, unabhängige und bezahlbare Energieversorgung unseres Wirtschaftsstandorts. Statt über Ausbauziele zu diskutieren, brauchen wir mehr Tempo bei Planung und Genehmigung, mehr Digitalisierung und Standardisierung auf allen Seiten und einen ambitionierten Bürokratieabbau. Seit Amtsantritt der neuen Bundesregierung erkennen wir im Bereich Erneuerbare Energien erste Impulse, insbesondere durch die verstärkte Priorisierung von Planung, Digitalisierung und Netzausbau. Gleichzeitig bleibt die Umsetzungsdynamik bislang hinter den Erwartungen zurück und bei zentralen Themen fehlen politische Richtungsentscheidungen. Das führt in der Branche weiterhin zu Verzögerungen. Hier muss die Bundesregierung noch ran.

ne: Was erwarten Sie für das energiepolitische Jahr 2026?

May: Vor allem die richtigen Entscheidungen durch die Politik für mehr Investitionsklarheit für die Branche.

ne: Und welchen Wunschzettel haben Sie für die politische Weichenstellung, um den Ausbau der Erneuerbaren weiter voranzutreiben?

May: Erstens sind Industrie- und Energiepolitik bislang zu wenig verzahnt und Synergien werden nicht ausreichend genutzt. Das muss sich ändern, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland langfristig zu sichern. Zweitens brauchen wir dringend Klarheit über den zukünftigen Erneuerbaren-Investitionsrahmen. Nach zwei Jahren ohne Entscheidung ist dies unaufschiebbar – zumal die beihilferechtliche Genehmigung des EEG bereits Ende 2026 ausläuft und Projekte für 2027 jetzt schon geplant werden. Und drittens sollte in der EEG-Novelle das Recht auf Überbauung von Netzanschlusspunkten durch einzelne Technologien oder eine kluge Kombination aus Wind, PV und Speichern fest verankert werden. Damit können die knappen Netzkapazitäten deutlich besser ausgenutzt werden. Standardisierung, Digitalisierung und mehr Transparenz im Netzanschlussprozess können zusätzlich dazu beitragen, den Prozess zu beschleunigen und Netzkosten zu reduzieren.

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